90 Euro für eine Kiste Bier: WM-Gastgeber Katar führt ″Sündensteuer″ ein | Sport | DW | 02.01.2019
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Katar

90 Euro für eine Kiste Bier: WM-Gastgeber Katar führt "Sündensteuer" ein

Das wird ein teurer Spaß für Fußballfans: Das Gastgeberland der WM 2022 Katar führt eine neue Steuer ein, die Alkohol extrem verteuert. Und ein "Weg-Bier" für die Fahrt zum Stadion ist ohnehin verboten.

Fußball und alkoholhaltige Getränke - das gehört für viele Fußballfans irgendwie zusammen. Bei der kommenden WM dürfte das anders werden: Denn der Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 sieht Alkohol als "Sünde", die man teuer bezahlen muss. Der Wüstenstaat hat zum 1. Januar 2019 eine so genannte "Sündensteuer" eingeführt, Alkohol ist dadurch ein besonders kostspieliges Vergnügen. Vor wenigen Wochen hatte Katar in seiner jährlichen Haushaltserklärung angekündigt, eine Abgabe auf "gesundheitsschädliche Güter" einzuführen.

24 Flaschen Bier kosten 90 Euro

Die Katar Distribution Company, das einzige Alkohol vertreibende Unternehmen des Landes, veröffentlichte eine 30-seitige Liste mit neuen Preisen für Bier, Wein und Spirituosen. Ein Regierungssprecher bestätigte die Preiserhöhungen auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP. Eine Flasche Gin kostet nun rund 80 Euro, eine Kiste/Palette Bier (24 x 0,33 Liter) gut 90. Zudem sind auch Energy Drinks, Zigaretten und Produkte mit Schweinefleisch von der neuen "Sündensteuer" betroffen.

Katar: Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 (picture-alliance/dpa/S. Babu)

Immer noch prekär: Die Situation ausländischer Arbeitskräfte auf den Baustellen Katars

In Katar, wo 2022 die erste WM im Winter stattfindet, wird Alkohol in lizenzierten Bars, Clubs und Hotels ausgeschenkt, grundsätzlich ist Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit jedoch strikt verboten und wird rund um die WM in vier Jahren ein heikles Thema werden. Die Turnierveranstalter verkündeten bereits, dass zum Turnier Alkohol für die Fans in ausgewählten Fanzonen zur Verfügung stehen wird, aus Respekt vor den Traditionen des Landes jedoch nicht in öffentlichen Bereichen. Ob Bier in den Stadien angeboten werden wird, ist noch unklar. Katar war im Kontext der WM-Ausrichtung mehrfach in die Schlagzeilen geraten: Durch die dubiose Doppel-WM-Vergabe an Russland und Katar und auch durch Todesfälle unter den Gastarbeitern, die auf Baustellen im Vorfeld der WM tätig waren. 

jw/kle (mit sid/dpa)

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