5G-Frequenzauktion spült 6,5 Milliarden Euro in die Staatskasse | Aktuell Deutschland | DW | 12.06.2019
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Mobilfunk

5G-Frequenzauktion spült 6,5 Milliarden Euro in die Staatskasse

Die längste Versteigerung von deutschen Mobilfunkfrequenzen ist beendet. Nicht nur finanziell ist sie eine Erfolgsgeschichte. Die fünfte Mobilfunkgeneration sorgt auch für einen Quantensprung in der Übertragungstechnik.

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BASF baut eigenes 5G-Netz auf

Die 5G-Versteigerung war durchgeführt worden an dem Mainzer Technikstandort der Bonner Regulierungsbehörde. Mit 497 Runden in mehr als zwölf Wochen war es die längste Frequenzauktion in Deutschland, die jemals stattfand. Die vier teilnehmenden Firmen - die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch - bezahlen für die Frequenzblöcke insgesamt knapp 6,6 Milliarden Euro an den Staat, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. Das ist deutlich mehr als erwartet.

Neueinsteiger Drillisch zahlungsfreudiger Bieter

Fachleute hatten nur mit drei bis fünf Milliarden Euro gerechnet. 2015, bei der letzten Mobilfunk-Auktion, waren 5,08 Milliarden Euro erlöst worden. Ein Grund für den höheren Wert diesmal: Es nahmen vier und nicht wie damals nur drei Netzbetreiber teil. Der Neueinsteiger Drillisch erwies sich als zahlungsfreudiger Mitbieter. Das Geld geht an den Bund, der es in die Digitalisierung stecken will. Am meisten zahlt die Deutsche Telekom, und zwar rund 2,17 Milliarden Euro. Vodafone zahlt 1,88 Milliarden Euro und Telefónica - bekannt unter dem Markennamen "O2"- 1,42 Milliarden Euro. Drillisch muss 1,07 Milliarden Euro berappen - die Tochterfirma des rheinland-pfälzischen Konzerns United Internet hat bisher kein eigenes Netz, stattdessen nutzt sie bisher die Antennen der Konkurrenz.

Linienbetrieb autonom fahrender Busse in Monheim (picture-alliance/dpa/O. Berg)

Ein autonom fahrender Bus, der künftig in der nordrhein-westfälischen Stadt Monheim eingesetzt werden soll

Versteigert wurden Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich. Die 2-Gigahertz-Blöcke waren deutlich teurer, da man in diesem Frequenzbereich höhere Reichweiten erzielen kann. Diese Blöcke sind allerdings erst ab 2021 oder sogar erst ab 2026 nutzbar.

Daten werden in Echtzeit verarbeitet

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach nach dem Ende der Auktion von einem "Startschuss für 5G in Deutschland". Die Frequenzen sollten nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden. Das Kürzel steht für die 5. Mobilfunkgeneration. Der Standard ist der Nachfolger von 4G, auch LTE genannt. 5G ist wesentlich schneller im Download und verfügt über eine geringere Reaktionszeit (Latenz) - Daten werden praktisch in Echtzeit verarbeitet.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann (Foto: picture alliance/dpa)

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann

Dies ist immens wichtig für Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren oder die Telemedizin - Geräte reagieren also praktisch ohne Verzögerung auf Anweisungen. Dadurch bremst ein Auto schnell genug, wenn ein vorausfahrendes Fahrzeug in einer Kurve ins Rutschen kommt - und diese Info an den Verkehr hinter sich weitergibt. Zudem könnte ein Chirurg dank 5G aus der Ferne übers Internet Operationen durchführen. Auch für die Industrie ist 5G wichtig, weil dadurch Maschinen vernetzt werden und Produktionsabläufe effizienter werden sollen.

sti/se (dpa, rtr)

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