25.11.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 25.11.2012
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Nachrichten

25.11.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In Ägypten spitzt sich die innenpolitische Konfrontation weiter zu, nachdem Präsident Mohammed Mursi seine Macht auf Kosten der Justiz per Dekret ausgedehnt hat. Die Muslimbrüder riefen ihre Anhänger für diesen Sonntag zu landesweiten Solidaritätsdemonstrationen für Mursi auf. Der Präsident stammt aus der islamistischen Organisation. Aus Protest gegen Mursi hat die Vereinigung der ägyptischen Richter und Staatsanwälte zu einem Justizstreik aufgerufen. Der Präsident müsse die Dekrete zurücknehmen, in denen er seine Entscheidungen für unanfechtbar erklärt und einer Kontrolle durch die Justiz entzogen hatte. Der Friedensnobelpreisträger und Oppositionspolitiker Mohammed ElBaradei warnte unterdessen vor einer gefährlichen Eskalation. Mursi führe Ägypten in eine Diktatur, sagte ElBaradei dem Magazin "Der Spiegel". Wenn die gemäßigten Kräfte in Ägypten keine Stimme mehr hätten, drohe ein Bürgerkrieg.

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Die Sicherheitskräfte in Marokko haben nach offiziellen Angaben eine militante Gruppe zerschlagen, die junge Männer als Kämpfer für die Islamisten im Norden von Mali rekrutiert und ausgebildet hat. Mehr als 20 Marokkaner habe die Islamisten-Zelle über Algerien in das westafrikanische Land geschleust, teilte das Innenministerium in Rabat mit. Die Männer hätten sich im Norden Malis Al-Kaida-nahen Gruppen angeschlossen. Nach einem Militärputsch in Mali im März hatten islamistische Extremisten und separatistische Tuareg ein Machtvakuum genutzt und den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Mehrere westafrikanische Staaten planen eine Militärintervention, um die Islamisten zu vertreiben. Die EU will Mali mit einer militärischen Ausbildungsmission unterstützen. Am Samstag demonstrierten in der Hauptstadt Bamako tausende Menschen gegen religiösen Extremismus.

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Mehr als ein Jahr nach dem Ende ihres bewaffneten Kampfes hat sich die baskische Untergrundorganisation ETA zu Gesprächen über ihre Auflösung bereiterklärt. In einer in der baskischen Zeitung "Gara" veröffentlichten Erklärung heißt es, Bedingung sei, dass es zu einer Übereinkunft mit den Regierungen Spaniens und Frankreichs über das Schicksal der inhaftierten und auf der Flucht befindlichen ETA-Mitglieder komme. Die ETA hatte bereits vor gut einem Jahr einen Gewaltverzicht erklärt. Die spanische Regierung lehnt Verhandlungen mit der ETA strikt ab und verlangt die bedingungslose Auflösung der Untergrundorganisation. Bei ihrem Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlandes hat die ETA in den vergangenen vier Jahrzehnten mehr als 800 Menschen getötet.

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In Katalonien sind die Bürger an diesem Sonntag zu einer Abstimmung aufgerufen, die für ganz Spanien von großer Bedeutung ist. Bei der Wahl des neuen Regionalparlaments entscheiden sie indirekt auch darüber, ob die Region im Nordosten Spaniens die Unabhängigkeit anstreben soll. Der katalanische Ministerpräsident Artur Mas hatte angekündigt, bei einem Wahlsieg im wirtschaftsstärksten Gebiet Spaniens eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit abhalten zu lassen. Die Madrider Zentralregierung hält eine solche Volksabstimmung für illegal und kündigte an, notfalls das Verfassungsgericht einzuschalten. Bei der Wahl zum Regionalparlament können Mas und seine katalanischen Nationalisten laut Umfragen auf einen klaren Sieg hoffen.

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In der irischen Hauptstadt Dublin sind rund 10.000 Menschen aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen. Gewerkschaftsvertreter und Demonstranten beklagten die weiteren geplanten Einschnitte im Umfang von 3,5 Milliarden Euro. Die Regierung Irlands will im Rahmen ihres Sparprogramms bis 2015 jährliche Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen durchsetzen, um das hohe Defizit zu bekämpfen. Der nächste Sparhaushalt soll am 5. Dezember vorgestellt werden. Vor zwei Jahren befand sich Irland am Rande einer Staatspleite und musste auf ein internationales Rettungspaket zurückgreifen.

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Bei einem Brand in einer Textilfabrik in der Nähe von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, sind mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 200 weitere Personen hätten Verletzungen erlitten, teilte die Feuerwehr mit. Der Brand sei aus noch ungeklärter Ursache im Erdgeschoss des mehrstöckigen Fabrikgebäudes ausgebrochen und habe sich rasch ausgebreitet, so die Einsatzkräfte weiter. Hunderte Arbeiterinnen und Arbeiter seien dadurch in den oberen Stockwerken eingeschlossen gewesen. Mehrere sprangen in Panik aus den Fenstern. Textilien sind für Bangladesch ein wichtiges Exportprodukt. Durch die Ausfuhr vor allem in die USA und nach Europa nimmt das arme asiatische Land jährlich umgerechnet rund 15,5 Milliarden Euro ein. Die rund 4000 Textilfabriken des Landes sind häufig in einem schlechten Zustand: Sicherheitsvorkehrungen fehlen, Maschinen und Elektroleitungen sind marode.

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