23 Meter hoher dänischer Leuchtturm zieht um | Aktuell Europa | DW | 22.10.2019
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Dänemark

23 Meter hoher dänischer Leuchtturm zieht um

Der fast 120 Jahre alte Turm an der Steilküste Nordjütlands drohte wegen Küstenabbrüchen ins Meer zu stürzen. Deshalb wurde er auf Rollen 70 Meter weiter ins Inland versetzt. Ein Spektakel für die Schaulustigen.

Dänemark | einsturzgefährdeter Leuchtturm muss umziehen (picture-alliance/dpa/AP Photo//Ritzau Scanpix/H. Ravn)

Der Rubjerg Knude Fyr auf Rädern und Schienen

Der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr war ab 1899 bei Lønstrup in der Gemeinde Hjørring auf einer Wanderdüne errichtet worden. Aufgrund der Erosion der Küste drohte das Bauwerk ins Meer zu stürzen. Deshalb musste er nun rund 70 Meter von der Küste wegrücken. Zunächst wurde der 700 Tonnen schwere Turm auf Rollelemente gehoben, die auf Schienen lagen. Dann schoben Hydraulikpressen den Leuchtturm zu seinem neuen Standort. 

Dänemark | einsturzgefährdeter Leuchtturm muss umziehen (picture-alliance/dpa/AP Photo//Ritzau Scanpix/H. Ravn)

Noch hart am Küstensaum ...

Der 23 Meter hohe Leuchtturm liegt auf einer Klippe rund 60 Meter über dem Meeresspiegel. Als er in Betrieb genommen wurde, war die Klippe rund 200 Meter vom Meer entfernt. Zuletzt waren es nur noch sechs Meter bis zur Steilküste.

1968 wurde der Turm stillgelegt und kurzzeitig in ein Museum umgewandelt, das aber wieder geschlossen werden musste, weil die Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet war. Trotzdem ist der unter Denkmalschutz stehende Rubjerg Knude Fyr mit 250.000 Besuchern jährlich eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Nordjütlands.

Dänemark | einsturzgefährdeter Leuchtturm muss umziehen (picture-alliance/dpa/AP Photo//Ritzau Scanpix/H. Ravn)

... dem neuen Standort schon deutlich näher gekommen

"Vieles kann schiefgehen, aber wir gehen gerne das Risiko ein, weil die Alternative wäre, ihn abstürzen zu lassen", sagte Hjørrings Bürgermeister Arne Boelt vor der Aktion. Umweltministerin Lea Wermelin nannte den quadratischen Leuchtturm "einen nationalen Schatz". Im dänischen Haushalt sind umgerechnet rund 700.000 Euro für das gesamte Projekt eingeplant. Das Spektakel mit dem Leuchtturm auf Schienen lockte viele tausend Schaulustige an.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Nordjütland ein historisches Gebäude vor dem Meer gerettet wird. Im Jahr 2008 wurde eine nahe gelegene Kirche demontiert, um zu verhindern, dass sie ins Meer fällt. Die romanische Maarup-Kirche war um das Jahr 1250 auf einer Klippe erbaut worden.

qu/kle (dpa, ap)

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