22 Soldaten bei Dschihadisten-Überfall in Niger getötet | Aktuell Afrika | DW | 07.10.2016
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Vor Merkel-Besuch

22 Soldaten bei Dschihadisten-Überfall in Niger getötet

Der Angriff der islamischen Glaubenskrieger galt der Armee, tausende malischen Flüchtlinge kamen mit dem Schrecken davon. Am Montag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in dem westafrikanischen Land erwartet.

Die schwer bewaffneten Männer überraschten die Regierungssoldaten offenbar beim Mittagessen. Ein Vertreter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) berichtete, die Angreifer seien direkt auf die Wachposten des Flüchtlingslagers Tazalit in der Tahoua-Region im Westen Nigers zugestürmt und hätten sofort mit Maschinengewehren das Feuer eröffnet. Die lokalen Sicherheitskräfte sprachen von bis zu 40 Dschihadisten. Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf einen Behördensprecher, 22 Soldaten seien getötet worden.

Die Islamisten plünderten Krankenstationen und setzten eine Ambulanz in Brand. Zudem hätten sie mehrere Fahrzeuge geraubt, darunter einen Krankenwagen und einen Wagen des UNHCR, sowie Waffen, Lebensmittel und Kleidung, wie der Behördenvertreter weiter mitteilte. Zwei Stunden nach dem Angriff hätten sie das Lager wieder verlassen. Erst danach sei militärische Verstärkung eingetroffen.

Die 4000 Flüchtlinge aus Mali im Camp Tazalit blieben laut ersten Berichten unbehelligt. Nach Angaben des UNHCR halten sich derzeit insgesamt rund 60.000 Flüchtlinge aus Mali in Niger auf. Erst im September waren bei einer ähnliche Attacke auf ein anderes UN-Flüchtlingslager zwei Zivilisten getötet und mehrere weitere verletzt worden. Nigers kleine Armee muss sich an mehreren Fronten mit bewaffneten Gruppierungen auseinandersetzen, von der Terrorsekte Boko Haram bis zu Banditen, die aus Mali über die Grenze kommen.      

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Sonntag und Montag in Mali und Niger erwartet. Im Rahmen einer EU-Initiative hat Deutschland zusammen mit Frankreich und Italien eine "Migrationspartnerschaft" für die beiden Länder übernommen. Merkel besucht anschließend auch Äthiopien. 

SC/haz (afpe, rtr,dpa)