20 Tote bei Anschlag in Pakistan | Aktuell Asien | DW | 12.04.2019
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Südasien

20 Tote bei Anschlag in Pakistan

Auf einem Obstmarkt in der Millionenstadt Quetta detoniert ein Sprengsatz. In dem Viertel leben vor allem Schiiten. In der Stadt nahe der afghanischen Grenze kommt es immer wieder zu Zwischenfällen.

Pakistan Quetta Explosion Markt (Reuters/N. Ahmed)

Nach der Bombenexlosion auf einem Markt in Quetta beginnen die Aufräumarbeiten

Mindestens 20 Menschen sind bei einer Explosion in der südwestpakistanischen Stadt Quetta ums Leben gekommen. Fast 50 weitere wurden nach Polizeiangaben verletzt. Viele Verletzte schwebten in Lebensgefahr, sagte ein Mitarbeiter der Rettungskräfte, Abdul Hamid Achakzai. Er gehe daher davon aus, dass die Zahl der Toten weiter steigen werde. Der Sprengsatz detonierte auf einem Obstmarkt, der hauptsächlich von Angehörigen der ethnischen Minderheit der Hasara betrieben wird. Nach Angaben eines Polizisten, der zur Tatzeit vor Ort war, herrschte reges Treiben auf dem Markt.

Zu dem Anschlag bekannte sich eine Gruppe der pakistanischen Taliban. Die Miliz gab an, mit der radikalen sunnitischen Lashkar-e-Jhangvi (LeJ) in Verbindung zu stehen, die bereits mehrere blutige Anschläge auf Schiiten verübt hatte. LeJ bestätigte das jedoch zunächst nicht. Laut Polizeiangaben gehörten mindestens acht der Toten zur Minderheit der Hasara.

Schiiten wurden in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Angriffen radikaler sunnitischer Gruppen in Pakistan. In Quetta gab es in den vergangenen Jahren mehrere schwere Anschläge mit insgesamt Hunderten Toten. Zuletzt war die Lage in Quetta über Monate hinweg ruhig gewesen. Quetta ist die Haupstadt der größten und zugleich ärmsten pakistanischen Provinz Belutschistan. Separatisten in der Region fordern mehr Autonomie und einen höheren Anteil an der Gas- und Ölgewinnung in Belutschistan. Der Ministerpräsident der Provinz, Jam Kamal Khan, verurteilte den Anschlag und sagte: "Der Feind der Menschheit steckt hinter diesem terroristischen Akt". Er sicherte Unterstützung bei der Versorgung der Verletzten zu.

ehl/kle (dpa, afp, ap)

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