20 Jahre Zauberei: Unser Leben mit Harry Potter | Bücher | DW | 28.07.2018
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Literatur

20 Jahre Zauberei: Unser Leben mit Harry Potter

Die Geschichte von Harry Potter hat eine ganze Generation geprägt - und zwar so sehr, dass Muggels und Quidditch längst auch im wahren Leben angekommen sind. Wir zeigen, wo und wie der Zauber sich auf uns auswirkt.

Über 20 Jahre ist es her, dass Joanne K. Rowling mit einer Tasse Kaffee im Edinburgher Café "The Elephant House" saß und die ersten Zeilen von "Harry Potter und der Stein der Weisen" auf Papier kritzelte.

Mit der Welt, die sie damals erschuf, prägte sie eine ganze Generation, die sich seither ein Leben ohne Hogwarts, Harry und die Eule Hedwig nicht mehr vorstellen kann: Denn Zaubersprüche, Sportarten, Fortbewegungsmittel oder sonstige Erfindungen aus der berühmten Zaubererwelt sind bereits fester Bestandteil im Alltag vieler Potter-Fans.

Wir geben Ihnen einen Überblick, wo uns Harry Potter und seine magische Welt uns mittlerweile auch im realen Leben begegnen. 

1. Verhexte Sportwelt

Die Quidditch-Mannschaften Mannheim Greife und die Karlsruher Flying Foxes bei einem Turnier (picture-alliance/KUNZ/Augenklick)

Quidditch ist mittlerweile ein weltweiter Trend-Sport

Quidditch ist im Internat Hogwarts die Sportart schlechthin, seit dem Jahr 1473 finden alle vier Jahre Weltmeisterschaften statt. Im realen Leben gab es das erste offizielle Quidditch-Turnier 2007. Das Ballspiel der Zauberer, bei dem ein Team mit je sieben Spielern ein Match auf Besen und mit vier Bällen in der Luft austrägt, kommt bei Harry-Potter-Jüngern gut an. Auch Weltmeisterschaften gibt es mittlerweile, ausgetragen vom US-amerikanischen Weltverband "International Quidditch Association".

Laut dem Deutschen Quidditchbund ist die Sportart eine der am schnellsten wachsenden der Welt. 2018 traten bei der WM bereits 29 Nationen gegeneinander an, das deutsche Team erreichte den siebten Platz. Magie ist bei der realen Variante allerdings nicht im Spiel, und die Spieler fliegen auch nicht durch die Lüfte. Stattdessen sind Ausdauer, Geschicklichkeit und sichere Pässe gefragt.

2. Nicht-Magier und Außenstehende

Ein Geocache ist in einer Tupper-Dose versteckt (Imago/epd)

Geocaching ist nichts für Muggels

Auch Muggel – Menschen ohne magische Fähigkeiten oder auch Nicht-Magier genannt – gibt es mittlerweile im wahren Leben. So bezeichnen Anhänger des Geocachings, einer modernen Form der Schnitzeljagd mit GPS, all diejenigen, die sich nicht an dieser Form des Zeitvertreibs beteiligen, als  "Muggel" oder - noch präziser -als "Geomuggel". Unter Geocache-Jägern werden spaßeshalber auch Begriffe wie "Grünmuggel" für Jäger und Polizisten, "Fellmuggel" für Tiere, "Federmuggel" für Vögel oder "Achtbeinmuggel" für Spinnen und andere Krabbeltiere verwendet.

3. Zauberhaft zu Tisch 

Bertie Bott's Bohnen aller Geschmacksrichtungen (picture-alliance/S. Stache)

Banane, Gras, Erde oder Ohrenschmalz – hinter den bunten Böhnchen verstecken sich die verrücktesten Geschmäcker

Gras, Popel, Zimt, Seife oder Ohrenschmalz – wer sich eine bunte Bohne der "Bertie Bott's Jelly Beans" gönnt, sollte bei seiner Auswahl akribisch vorgehen. Als Harry Potter und Ron Weasley im ersten Teil der Romanreihe im Hogwarts-Express sitzen, schlemmen sie sich durch das Angebot des Board-Services, unter anderem "Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen". Die bunten Süßigkeiten mit teils sehr gewöhnungsbedürftigen Aromen sind auch im wahren Leben – insbesondere bei experimentierfreudigen Kindern – der absolute Hit.

Eine weitere Spezialität, die Hogwartsschüler im Zaubererdorf Hogsmead schlürfen, ist das "Butterbier", das längst auch in unseren Supermarktregalen und auf Getränkekarten der einen oder anderen Kneipe zu finden ist. Es gibt verschiedene Varianten – heiß, eiskalt, alkoholfrei oder sahnig. Das Rezeptur für das gewöhnungsbedürftige Gesöff hat die Autorin in ihren Romanen nie preisgegeben.

4. Zaubersprüche

Harry betritt mit seinem erhobenen Zauberstab einen dunklen Raum (picture-alliance/Everett Collection/Warner Bros)

"Lumos" - es werde Licht

Einige Zaubersprüche bleiben jedem, der schon einmal in die Harry Potter-Welt eingetaucht ist, im Gedächtnis. Wer also im wahren Leben einmal vor verschlossenen Türen steht, dem kommt sicherlich sofort "Alohomora" in den Sinn. Denn mit dem Zauberspruch lassen sich selbst zugeschlossene Türen und Fenster problemlos öffnen.

Ähnlich wird es denjenigen ergehen, die im Dunkeln stehen und den Lichtschalter nicht finden können. Da erinnert man sich schnell an den Zauberspruch "Lumos", mit dem Harry und seine Freunde Licht ins Dunkel bringen: Nach Aufsagen des Zauberspruchs erscheint ein Licht an der Spitze des Zauberstabs und kann ähnlich wie eine Fackel verwendet werden.

5. Pottersche Trends

Harry versucht, in einer Flut von Hogwarts-Briefen im Wohnzimmer der Dursleys einen zu fangen (picture-alliance/Everett Collection/Warner Bros)

Post aus Hogwarts

Zum elften Geburtstag erhält jedes Kind, das auserkoren wurde, an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei unterrichtet zu werden, einen Brief. Auf stabilem Pergamentpapier, mit frischer Tinte beschrieben und bordeaux-rotem Wachs versiegelt, flattert der Brief durch den Kamin, das Dachfenster oder wird traditionell von der Eulenpost an den Empfänger übergeben. Viele Fans hoffen auch im fortgeschrittenen Alter noch darauf, eine verspätete Nachricht des Hogwarts-Schulleiters zu erhalten – oder basteln sich einen solchen selbst, um das Harry Potter-Feeling zu imitieren. 

Nicht zu vergessen bei den Potterschen Trends ist natürlich die Vielzahl von Umhängen, Schals, Hüten und vielen weiteren Kleidungsstücken, die aus Rowlings wundersam erschaffener Welt in die reale Modewelt übernommen wurden. Häufig in verschiedenen Ausführungen, abhängig von den Farben der vier Hogwarts-Häuser: rot-gelb für Gryffindor, blau-bronze (blau-silber in den Filmen) für Ravenclaw, grün-silber für Slytherin und gelb-schwarz für Hufflepuff.

Viele der Symbole, Motive und Merkmale, die erst durch Harry Potter bekannt oder gar ins Leben gerufen wurden, sind weltweit als Tattoo-Motive beliebt. Besonders im Trend: das Symbol der "Heiligtümer des Todes", eine Kombination aus einem Dreieck, einem Kreis und einem Strich. Diese Zeichen symbolisieren einen Tarnumhang, der unsichtbar macht, einen Stein, der Tote wieder zum Leben erweckt, und einen Zauberstab, der jedes magische Duell gewinnt. Auch Harry Potters Narbe in Form eines Blitzes, Zitate und Zaubersprüche, der Schnatz (Anmerkung d. Red: der Ball beim Quidditch) oder ein Zauberstab wurden schon vielen mit Tinte unter die Haut graviert.

6. Fortbewegung

Der Hogwartsexpress (DW)

Der Hogwartsexpress bringt die Zauberschüler ins Internat

 Eine glänzende schwarze Dampflok, aus der Qualm aufsteigt und lautes Hupen zu vernehmen ist, weckt sofort Assoziationen zum Hogwarts-Express, der die Zauberschüler von London aus nach Hogwarts transportiert. Auch wenn es sich um eine reale Eisenbahn handelt und die Passagiere an einem zunächst normal aussehenden Bahngleis einsteigen, ist die Fortbewegung der Zauberer natürlich magisch angehaucht.

Denn bevor sie Gleis 9 ¾ – allein die Gleisnummer lässt magische Einflüsse vermuten – betreten, müssen die Zauberer, die aus der Muggel-Welt anreisen, auf dem Londoner Bahnhof King's Cross durch eine Backsteinmauer laufen. Heute fahren Nachbildungen des Hogwarts-Express für Urlauber über englische Schienen und auch das magische Gleis 9 ¾ ist nachgebildet am Bahnhof King's Cross in London zu sehen.

7. Nützliche Alltagshelfer

Der Hauself Dobby erscheint im zweiten Teil der Harry Potter Reihe auf Harrys Bett im Haus der Familie Dursley (picture-alliance/Mary Evans Picture Library)

Der Hauself Dobby stattet Harry einen unangekündigten Besuch ab

Zunächst war es für viele ein Rätsel, wer die Zauberschüler täglich bekocht, deren Betten macht und dreckige Socken wäscht. Ab dem zweiten Teil lernt man, dass dahinter kleine Hauselfen stecken – treue Diener und Unterworfene ihrer Meister. So auch der Hauself Dobby. Eine ähnliche Rolle nehmen in unserem Alltag heutzutage Technologien wie Alexa, ein sprachgesteuerter und internetbasierter persönlicher Assistent, oder selbstfahrende Staubsauger und Rasenmäher ein.

Eine weitere Harry Potter-Erfindung ist die "Karte des Rumtreibers", mit der man heimlich der Spur aller Personen, die sich in Hogwarts aufhalten, folgen kann. Nicht abwegig, dass sich die Erfinder von Apps wie "Find My Friends" oder der "Snap Map" des Instant-Messengers Snapchat an der "Karte des Rumtreibers" orientiert und so eine weitere Rowling-Innovation ins reale Leben geholt haben.

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