19 Festnahmen bei Wahlkampfveranstaltung in der Türkei | Aktuell Europa | DW | 16.06.2018
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Wahl in der Türkei

19 Festnahmen bei Wahlkampfveranstaltung in der Türkei

Der Wahlkampf erhitzt die Gemüter: Nachdem es am Donnerstag mehrere Tote gab, hat die Polizei nun mehrere Personen in Gewahrsam genommen. Darunter ist auch ein Kandidat der pro-kurdischen Partei HDP.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet von den Festnahmen in der südöstlichen Stadt Sanliurfa. Schon am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft nach Angaben des türkischen Staatssenders TRT die Festnahme von drei Verdächtigen angeordnet. Unter den Festgenommenen ist auch Ismail Kaplan, der für die pro-kurdische Partei HDP antritt.

Am Donnerstag waren bei einem Rundgang eines Regierungsabgeordneten in der kurdischen Stadt Suruc Medienberichten zufolge vier Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. Laut den Berichten war es zu einem Streit zwischen Ladenbesitzern und dem AKP-Abgeordneten Ibrahim Halil Yildiz gekommen. Yildiz soll den Vorfall unversehrt überstanden haben. Laut Anadolu war ein Bruder von Yildiz unter den Toten. Um wen es sich bei den anderen Opfern handelt, war noch unklar.

Verschiedene Szenarien berichtet

Die Berichte über den genauen Tathergang waren widersprüchlich. Regierungsnahe Medien berichteten, Yildiz und seine Anhänger seien von Oppositionellen angegriffen worden, die mit Stöcken und Messern bewaffnet gewesen seien. In Berichten prokurdischer Medien wurden dagegen die Leibwächter des Abgeordneten für die Tat verantwortlich gemacht. Sie hätten geschossen, nachdem Yildiz von Händlern unfreundlich empfangen worden sei.

Türkei Wahl - Stimmungsbilder aus Diyarbakir (DW/B. Güven)

Unterstützer der HDP machen Wahlkampf in Diyarbakir

Staatspräsident und AKP-Chef Recep Tayyip Erdogan machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die HDP für die Tat verantwortlich. HDP-Abgeordnete wiederum beschuldigten die AKP-Regierung, "direkt verantwortlich" zu sein. Erdogan wirft der HDP vor, der verlängerte Arm der PKK zu sein. Die HDP - zweitgrößte Oppositionspartei im Parlament - weist das zurück. Am 24. Juni wählen die Türken ein neues Parlament und ihren Präsidenten.

jmw/mak (afp, dpa)

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