17.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 17.10.2013
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Nachrichten

17.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Wenige Stunden vor dem Ablauf der Frist haben sich Demokraten und Republikaner auf einen Kompromiss in der Haushaltskrise geeinigt. Er sieht vor, die Schuldenobergrenze so anzuheben, dass die USA bis zum 7. Februar zahlungsfähig bleiben. Zudem wurde ein Übergangshaushalt verabschiedet, der bis zum 15. Januar gilt, damit die seit mehr als zwei Wochen teilweise lahmgelegte Verwaltung wieder arbeiten kann. Am späten Mittwochabend (Ortszeit) stimmten der US-Senat und später auch das Repräsentantenhaus mit großer Mehrheit für den Kompromiss. Präsident Barack Obama unterzeichnete das Gesetz etwa zwei Stunden nach Verabschiedung im Kongress und setzte es damit in Kraft. Das Haushaltsdrama in Washington hatte weltweit Sorgen vor einer Zahlungsunfähigkeit der USA mit unabsehbaren Folgen für das Finanzsystem und die globale Konjunktur geschürt.

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Die Einigung im US-Haushaltsstreit lässt die Märkte weltweit aufatmen. An den Börsen in Asien gingen die Kurse nach oben. In Tokio stieg der Nikkei-Index um rund 0,5 Prozent. Auch Chinas Aktienmarkt legte zu, ein Kursfeuerwerk blieb jedoch zunächst aus. Entspannung war auch am Markt für US-Staatsanleihen zu spüren. Im asiatischen Handel sanken die Ölpreise. Der Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sagte, die globale Wirtschaft sei einer potenziellen Katastrophe entgangen. Der Kompromiss sei eine gute Nachricht für die Entwicklungsländer und die Armen der Welt. Auch der Internationale Währungsfonds zeigte sich erleichtert. Nach Berechnungen der Ratingagentur Standard & Poor's hat der Verwaltungsstillstand die US-Wirtschaft 24 Milliarden Dollar gekostet.

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Die neuen Vorschläge des Irans zu seinem umstrittenen Atomprogramm haben den Weg für weitere Gespräche mit der internationalen Gemeinschaft geebnet. Die Verhandlungen zwischen Teheran und den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland sollen am 7. und 8. November fortgesetzt werden, wie die EU-Außenbeauftragte und Verhandlungsführerin Catherine Ashton nach Abschluss zweitägiger Gespräche in Genf mitteilte. Teheran beharrt zwar auf seinem Recht auf ein friedliches Atomprogramm einschließlich Urananreicherung, ist nach eigener Darstellung aber bereit, die Anreicherung zu begrenzen und die Atomanlagen einfacher kontrollieren zu lassen. Aus Diplomatenkreisen verlautete, dass das Land zudem die Zahl der Zentrifugen für die Anreicherung beschränken wolle. Die Vetomächte und Deutschland wollen Sicherheiten, dass das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist und das Land nicht insgeheim Atombomben bauen lässt. Die Verhandlungen in Genf gelten als Bewährungstest für den Annäherungskurs des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani.

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Die Niederländerin Sigrid Kaag wird den gemeinsamen Einsatz der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zur Zerstörung aller syrischen Chemiewaffen leiten. Kaag hatte zuvor für das Kinderhilfswerk Unicef und das UN-Entwicklungsprogramm UNDP gearbeitet. Sie sei in enger Zusammenarbeit mit der OPCW benannt worden, teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit. Der Sicherheitsrat habe ihrer Ernennung zugestimmt. Die OPCW zog derweil eine positive Zwischenbilanz der Arbeit ihrer Inspektoren in Syrien. Die Experten hätten inzwischen elf Standorte überprüft. An sechs Orten sei wichtiges Zubehör zerstört worden.

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In Berlin steht an diesem Donnerstag die dritte und entscheidende Sondierungsrunde zwischen Union und SPD zur Bildung einer großen Koalition an. Im Anschluss wollen beide Seiten entscheiden, ob formelle Verhandlungen aufgenommen werden. Bei der SPD müsste dies noch am Sonntag vom Kleinen Parteitag abgesegnet werden. Zuletzt hatten Union und SPD am Montag sondiert. Teilnehmern zufolge verlief die Runde kontrovers, besonders bei den Themen Steuererhöhungen und Mindestlohn. Union und Grüne hatten in der Nacht zum Mittwoch ihre Sondierung abgebrochen.

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