13.09.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 13.09.2013
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Nachrichten

13.09.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die syrische Regierung hat ihre Chemiewaffenbestände laut einem Zeitungsbericht auf rund 50 Orte im Land verteilt. Eine geheime Einheit der Streitkräfte sei schon seit Monaten mit der Verteilung der Bestände und von Munition beschäftigt, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Regierungsbeamte aus den USA und dem Nahen Osten. Die Lagerstätten seien den amerikanischen und israelischen Geheimdiensten bekannt, so das Blatt weiter. Syrien will nach den Worten von Präsident Baschar al-Assad der internationalen Chemiewaffenkonvention beitreten. Ein entsprechender Antrag wurde bei den Vereinten Nationen eingereicht. Derzeit beraten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow in Genf über Moskaus Vorschlag, alle syrischen Chemiewaffen zu zerstören. Sollte die Initiative gelingen, wollen die USA von ihrem angedrohten Militärschlag gegen Assad abrücken. Bislang zeichnet sich allerdings keine gemeinsame Linie ab.

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Der nach den blutigen Unruhen im August verhängte Ausnahmezustand in Ägypten wird ungeachtet internationaler Kritik um zwei Monate verlängert. Übergangspräsident Adli Mansur rechtfertigte die Maßnahme mit der weiter angespannten Sicherheitslage im Land. Vor einer Woche hatte ein Selbstmordattentäter in Kairo versucht, Innenminister Mohammed Ibrahim zu töten. Bei dem Anschlag wurden mehr als 70 Menschen verletzt. Anfang Juli hatte die ägyptische Armee den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi entmachtet. Seither kommt es immer wieder zu Protesten der Muslimbrüder und ihrer Verbündeten. Mitte August hatte es bei der Auflösung von Protestlagern mehrere hundert Tote gegeben. Die EU forderte ein Ende des Ausnahmezustandes, außerdem müssten alle politischen Gefangenen freikommen. Ähnlich äußerten sich die USA.

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In Indien wird für vier verurteilte Vergewaltiger und Mörder einer Studentin an diesem Freitag vom Gericht das Strafmaß verkündet. Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert, die Verteidiger lebenslange Haft. Die Männer hatten die 23-Jährige im Dezember in einem Bus entführt, vergewaltigt und mit einer Eisenstange so schwer misshandelt, dass sie zwei Wochen später an den Verletzungen starb. Die Männer wurden bereits des Mordes, der Gruppenvergewaltigung, Entführung und zahlreicher anderer Straftaten für schuldig befunden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, mindestens zwei Verteidiger haben Berufung angekündigt.

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Nach dem sozialen Online-Netzwerk Facebook will auch der Kurznachrichtendienst Twitter an die Börse gehen. Das US-Unternehmen teilte in San Francisco mit, die notwendigen Dokumente eingereicht zu haben. In den vergangenen Monaten war immer wieder über einen bevorstehenden Börsengang von Twitter spekuliert worden. Das 2006 gegründete Unternehmen ist eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke im Internet und zählt nach eigenen Angaben mehr als 200 Millionen Nutzer weltweit. Die Plattform hat in den vergangenen Jahren stark an politischer und gesellschaftlicher Relevanz gewonnen. Demonstranten in der arabischen Welt nutzten Twitter, um die staatliche Zensur zu umgehen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. In den USA treten Politiker über das Netzwerk mit Wählern in Kontakt, Behörden verschicken über Twitter Mitteilungen.

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Der deutsche Schriftsteller Erich Loest, einer der bedeutendsten Autoren Ostdeutschlands, ist tot. Der 87-Jährige stürzte sich aus einem Fenster der Universitätsklinik Leipzig. Die Polizei geht von Selbstmord aus. Loest wurde 1926 in Mittweida in Sachsen geboren. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Romane "Zwiebelmuster", "Froschkonzert" und "Löwenstadt", sein Bestseller "Nikolaikirche" über die letzten Tage der DDR wurde 1995 verfilmt. In der DDR war er sieben Jahre in Haft, 1981 siedelte er in die Bundesrepublik über. Nach dem Fall der Mauer kehrte Loest in seine Wahlheimat Leipzig zurück.

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