13 Dschihadisten im Irak hingerichtet | Aktuell Welt | DW | 29.06.2018
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Todesstrafe

13 Dschihadisten im Irak hingerichtet

Regierungschef al-Abadi forderte, die Todesurteile sofort zu vollstrecken: als Vergeltung für die Ermordung von Geiseln durch den IS. Hunderten Häftlingen droht im Irak der Tod durch den Strang wegen IS-Mitgliedschaft.

Hinrichtungsraum Gefängnis Abu Ghraid Irak (picture alliance/dpa)

Hinrichtungsraum in einem irakischen Gefängnis (Archivbild)

Das Büro des Ministerpräsidenten Haider al-Abadi in Bagdad meldete Vollzug: Kurz nach der Anordnung des Regierungschefs seien 13 Dschihadisten gehängt worden. Sie waren wegen Terrorismus verurteilt worden. Nähere Angaben, etwa zur Nationalität der Hingerichteten, wurden nicht gemacht. 

Irak Militärparade in Bagdad Premierminister Haider al-Abadi (Retuers/Iraqi Prime Minister Media Office)

Sah sich zu schneller und radikaler Antwort herausgefordert: Haidar al-Abadi (Achivfoto)

Al-Abadi hatte am Donnerstag als Vergeltung für die Tötung von acht Geiseln der Terrorarmee "Islamischer Staat" (IS) die sofortige Hinrichtung verurteilter Islamisten angeordnet. Die Strafe aller zum Tode verurteilten "Terroristen", deren Berufung abgelehnt und deren Verurteilung durch die Regierung bestätigt wurde, solle unverzüglich vollstreckt werden, verlangte er. Seine Forderung richtete sich insbesondere auch an Präsident Fuad Masum. 

Reaktion auf Geiseldrama

Am Mittwoch waren die Leichen von acht Polizisten und schiitischen Milizionären gefunden worden, die der IS entführt hatte. Sechs von ihnen sind in einem Video zu sehen, das die Dschihadisten am vergangenen Samstag veröffentlicht hatten und in dem sie die Freilassung aller inhaftierten Anhängerinnen des IS forderten. Laut irakischen Behörden waren die Gefangenen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos bereits tot.

Im April war aus Justizkreisen verlautet, dass mehr als 300 Menschen, darunter rund hundert ausländische Frauen, im Irak wegen ihrer Zugehörigkeit zum IS zum Tode verurteilt wurden. Noch einmal so viele bekamen demnach lebenslange Haftstrafen. Die meisten der ausländischen Verurteilten kommen aus der Türkei oder aus den ehemaligen Teilrepubliken der Sowjetunion.

SC/sti (afpe, APE, rtre)  

 

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