12 Tote nach Angriffswelle in Mosambik | Aktuell Afrika | DW | 25.11.2018
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Südöstliches Afrika

12 Tote nach Angriffswelle in Mosambik

Laut Augenzeugen töteten mutmaßlich islamistische Angreifer Zivilisten und zündeten deren Häuser an. In der Grenzregion zu Tansania kommt es seit einem Jahr immer wieder zu blutigen Anschlägen. Tausende Bewohner fliehen.

Mosambik, Macomia: Mucojo village had houses destroyed by armed groups
(Privat)

Dieses Postamt in der Provinz Cabo Delgado wurde im Juni in Brand gesetzt

Im äußersten Norden Mosambiks haben mutmaßlich islamistische Angreifer mindestens 12 Menschen getötet. Laut Augenzeugenberichten benutzten sie Macheten und Messer, unter ihren Opfern waren auch Frauen und Kinder. In mehreren Orten in der Provinz Cabo Delgado setzten die Täter zudem dutzende Häuser in Brand und stahlen Nutztiere. Laut örtlicher Polizei wird die Gegend im Grenzdistrikt Nangade nicht von Sicherheitskräften patrouilliert. Es ist bereits die dritte Attacke dieser Art innerhalb eines Monats in der Region.

Tausende Menschen flohen laut Polizeiangaben aus dem betroffenen Ort Chicuaia Velha über den Grenzfluss Rovuma ins benachbarte Tansania. In der öl- und gasreichen Provinz Cabo Delgado kommt es seit Oktober 2017 immer wieder zu gewaltsamen Attacken gegen die Zivilbevölkerung. Insgesamt starben bislang mehr als 100 Menschen. Das Auswärtige Amt rät deutschen Staatsbürgern vor nicht unbedingt erforderlichen Reisen in die Provinz ab.

Mosambik, Macomia: Mucojo village had houses destroyed by armed groups
(Privat)

Auch im Dorf Mucojo legten bewaffnete Gruppen im Juni Feuer

Für keinen der brutalen Angriffe gab es bislang Bekennerschreiben, sodass die Behörden nach wie vor rätseln, welches Motiv die Angreifer verfolgen. Eine gängige Theorie ist, dass es sich um Kriminelle handelt, die in der Region bislang relativ unbehelligt mit Elfenbein, Edelsteinen oder Drogen handeln konnten. Die Regierungen von Mosambik und Tansania versuchen jedoch inzwischen verstärkt, die Umweltkriminalität und Schmuggel in der Region einzudämmen. Einige Attacken richteten sich auch gegen die örtliche Polizei. Westliche Ölkonzerne, die in der Region Öl und Gas fördern, blieben bislang verschont - jedoch gelten ihre Sicherheitsvorkehrungen als sehr streng.

Es gibt aber auch die Theorie, dass es sich bei den Drahtziehern insbesondere auch der jüngeren Attacken gegen die Bevölkerung um Islamisten der mosambikanischen Gruppe Al Schabab handeln könnte. Der Name bedeutet auf Arabisch "die Jugend" und löste Assoziationen zu der gleichnamigen Terrorganisation in Somalia aus. Es deutet jedoch nichts auf Verbindungen der beiden Gruppen hin. In der Hafenstadt Pemba stehen derzeit 189 Menschen vor Gericht, die an Anschlägen beteiligt gewesen sein sollen. Unter den Angeklagten sind neben Mosambikanern auch Tansanier, Somalier und Kongolesen.

ehl/sti (afp, lusa, EFE, Auswärtiges Amt)

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