10.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 10.10.2013
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Nachrichten

10.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der libysche Ministerpräsident Ali Seidan ist entführt worden. Bewaffnete Männer hätten ihn aus einem Hotel in der Hauptstadt Tripolis an einen bislang unbekannten Ort verschleppt, teilte die Regierung mit. Das Büro des Regierungschefs rief die Regierungsmitglieder zu einer Kabinettssitzung zusammen. Es wird vermutet, dass die Entführung im Zusammenhang mit der Verschleppung des mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen Abu Anas al-Libi steht. Al-Libi war am vergangenen Samstag von einem US-Spezialkommando in Tripolis gefangen genommen und außer Landes gebracht worden. Er soll an den Bombenanschlägen auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania im Jahre 1998 beteiligt gewesen sein. Die Aktion war vor allem bei den islamistischen Milizen im Lande auf scharfe Kritik gestoßen. Seidan ist der erste frei gewählte Ministerpräsident Libyens. Das Land ist auch zwei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi tief gespalten, die Lage in vielen Landesteilen unsicher.

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Die US-Regierung stellt wegen der anhaltenden Gewalt in Ägypten ihre Militärhilfe für das Land zu großen Teilen ein. Das Außenministerium in Washington teilte mit, die Lieferung militärischer Großgeräte sowie finanzielle Unterstützung würden gestoppt, solange es keine Fortschritte in Richtung Demokratie gebe. Betroffen sein soll unter anderem die Lieferung von Kampfhubschraubern, Kampfflugzeugen und Panzern. Nicht gestoppt würden Hilfen für Anti-Terror-Einsätze sowie zur Grenzsicherung, hieß es. Ägypten erhält jährlich US-Militärhilfe im Wert von 1,5 Milliarden Dollar. Die Auszahlung war nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juli bereits eingefroren worden.

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Der irakische Parlamentspräsident Osama Osama al-Nudschaifi hat einen Attentatsversuch unverletzt überlebt. Bei dem Bombenanschlag auf seinen Autokonvoi wurden allerdings zwei seiner Leibwächter getötet. Wie die Polizei mitteilte, hatten Unbekannte am Straßenrand nahe der nordirakischen Stadt Mosul den Sprengsatz gezündet. Neun weitere Personen seien verletzt worden. Mosul gilt als eine der gefährlichsten Städte des Irak. Nach UN-Angaben wurden im Irak allein im September 979 Menschen bei Terrorattacken getötet. Es war damit einer der tödlichsten Monate der vergangenen fünf Jahre.

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Die US-Haushaltskrise bedroht nach Ansicht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Konjunktur in der gesamten Welt. Die Haushaltssperre gefährde unnötigerweise die Stabilität und das Wachstum nicht nur in den USA, sondern weltweit, kritisierte die Organisation. Noch schlimmer werde es, wenn der Kongress nicht rechtzeitig das Schuldenlimit anhebe. Dann drohe den 34 OECD-Staaten im kommenden Jahr ein Rückfall in die Rezession. Um die Blockade im Kongress aufzulösen, hat US-Präsident Barack Obama die Fraktion der Republikaner im Repräsentantenhaus zu einem Gespräch ins Weiße Haus geladen. Die Republikaner teilten jedoch mit, nur ihre Führungsriege zu schicken. Im kleinen Kreis lasse sich leichter ein Kompromiss finden, hieß es zu Begründung. Obama zeigte sich enttäuscht.

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US-Präsident Barack Obama hat die Ökonomin Janet Yellen nun auch offiziell als neue Chefin der US-Notenbank Fed nominiert. "Amerikas Arbeiter und Familien" hätten in Yellen "eine Verfechterin ihrer Interessen", sagte Obama. Die Märkte reagierten ebenfalls positiv auf die Nominierung. Yellen steht hinter der aktuellen Nullzinspolitik und den massiven Anleihekäufen des scheidenden Fed-Präsidenten Ben Bernanke. Die Politik des billigen Geldes wird also wohl nicht so schnell aufhören. Wirtschaftsexperten gehen aber davon aus, dass die Fed die milliardenschweren Anleihekäufe irgendwann stoppen muss - auch wenn dieser Richtungswechsel unter Yellen langsamer verlaufen könnte.

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Im Kampf gegen die Staatsverschuldung hat das italienische Kabinett Sparmaßnahmen im Umfang von 1,6 Milliarden Euro beschlossen. Andernfalls würde das Haushaltsdefizit über die EU-Richtlinie von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Vorgesehen sind Ausgabenkürzungen in verschiedenen Ministerien sowie bei lokalen Behörden im Umfang von 1,1 Milliarden Euro. Weitere 500 Millionen Euro sollen durch den Verkauf von Staatsimmobilien erzielt werden. Die Notmaßnahmen müssen innerhalb von 60 Tagen vom Parlament bestätigt werden, andernfalls laufen sie wieder aus. Das Sparpaket dürfte nicht das letzte seiner Art gewesen sein. Denn da das Mitte-Rechts-Lager von Silvio Berlusconi die Immobiliensteuer abschaffen will, müssen weitere 2,4 Milliarden Euro anderswo eingespart werden, um die Abschaffung gegenzufinanzieren.

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