02.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 02.10.2013
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Nachrichten

02.10.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine Rede vor der UN-Vollversammlung für eine Verbal-Attacke gegen den Iran genutzt. Er warnte eindringlich vor dem neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani. Der sei ein Wolf im Schafspelz, sagte Netanjahu wörtlich. Rohani handele nur zurückhaltend, um die Sanktionen gegen sein Land loszuwerden. Israel werde eine atomare Bewaffnung des Iran notfalls im Alleingang unterbinden. Sein Land werde es Teheran niemals erlauben, Nuklearwaffen zu besitzen. Der Iran reagierte umgehend mit Kritik. Netanjahu vollführe ein "Säbelrasseln", sagte der stellvertretende iranische UN-Botschafter in New York. Netanjahu war der letzte Redner in der Generaldebatte der 68. Vollversammlung der Vereinten Nationen. Bei dem jährlichen Redemarathon stehen jedem der 193 Mitgliedsstaaten 15 Minuten Redezeit zu.

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In den USA deutet nichts darauf hin, dass der Haushaltsstreit schnell beigelegt werden kann. Der Senat, in dem die Demokraten von Präsident Barack Obama die Mehrheit haben, lehnte einen neuen Vorschlag aus dem von den Republikanern dominierten Repräsentantenhaus ab. Obama warf den Republikanern vor, einen ideologischen Kreuzzug gegen seine Gesundheitsreform zu führen und dafür die gesamte Volkswirtschaft als Geisel zu nehmen. Er lehnte es kategorisch ab, im Zuge des Haushalts über seine Gesundheitsreform zu verhandeln. John Boehner, der starke Mann der Republikaner, verlangte erneut, dass Obama seine starre Haltung ablegt. Demokraten und Republikaner hatten sich in den letzten Tagen nicht auf einen gemeinsamen Übergangshaushalt für das neue Fiskaljahr einigen können, das an diesem Dienstag begann. Die Folge ist der erste Haushaltsnotstand seit 17 Jahren. Rund 800.000 Staatsbedienstete befinden sich im unbezahlten Urlaub, weil die US-Regierung ihre Gehälter nicht mehr bezahlen kann. Behörden bleiben geschlossen, Museen und Nationalparks mussten dicht machen.

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Bei der Vertrauensabstimmung über die italienische Regierung an diesem Mittwoch kann Ministerpräsident Enrico Letta darauf hoffen, dass ihm abtrünnige Abgeordnete der Partei des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi zu einer Mehrheit verhelfen. Der Widerstand gegen den Cavaliere in den Reihen seiner Partei "Volk der Freiheit" (PdL) wächst weiter. PdL-Generalsekretär Angelino Alfano rief die Mitglieder der Mitte-Rechts-Partei dazu auf, bei der Abstimmung im Parlament in Rom den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Enrico Letta zu stützen. Das ist ein klarer Affront gegenüber Berlusconi, der auf Neuwahlen hingearbeitet und dabei die geschlossene Unterstützung der PdL eingefordert hat. Laut Medienberichten erwägen mehrere Parlamentarier der PdL eine Abspaltung und die Bildung einer eigenen Fraktion, die Letta weiter unterstützt. Am Samstag hatte Berlusconi beschlossen, die fünf Minister aus seiner Partei aus Lettas Koalitionsregierung abzuziehen. Begründet wurde der Schritt offiziell mit einer geplanten Mehrwertsteuererhöhung. Hintergrund ist jedoch eine bevorstehende Abstimmung im Senat über einen Ausschluss des verurteilten Steuerbetrügers Berlusconi.

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In Russland hat die inhaftierte Sängerin der Punk-Band "Pussy-Riot", Nadeschda Tolokonnikova, ihren Hungerstreik nach gut einer Woche beendet. Die Musikerin wollte mit ihrer Aktion auf die "schrecklichen Bedingungen" in der Lagerhaft aufmerksam machen. Laut Gefängnisbehörde ist ihr Gesundheitszustand stabil. Die Künstlerin hatte geklagt, die Insassen des Gefangenenlagers müssten täglich bis zu 17 Stunden arbeiten und bekämen kaum Schlaf. Ihr Protest richtete sich zudem gegen angebliche Morddrohungen der Gefängnisleitung. Wegen "Rowdytums" und "Anstachelung zu religiösem Hass" waren die Sängerinnen von Pussy Riot im August 2012 zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Die Frauenband hatte im Februar 2012 in der wichtigsten russisch-orthodoxen Kirche Moskaus ein sogenanntes "musikalisches Punk-Gebet" mit dem Titel "Lieber Gott, erlöse uns von Putin" abgehalten.

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Bei einem Grubenunglück in einem Kalibergwerk des K+S-Konzerns in Thüringen sind drei Bergleute ums Leben gekommen. Vier Kumpel konnten gerettet werden. Bei einer kontrollierten Sprengung in 900 Metern Tiefe war eine große Menge Kohlendioxid freigesetzt worden, wie der Grubenbetreiber mitteilte. Dies habe zu einer enormen Druckwelle geführt, durch die Gas in höher gelegene Schächte und bis an die Erdoberfläche gelangte, erklärte K+S. Die Toten wurden den Angaben zufolge mehrere Kilometer entfernt von der Sprengstelle gefunden. Die Bergleute gehörten zu einem Vorauskommando, das den Stollen nach der Sprengung überprüfen sollte. Der K+S-Konzern gewinnt in sechs Bergwerken in Deutschland kali-, magnesium- und schwefelhaltige Salze. Daraus werden unter anderem Düngemittel und Streusalz produziert. An den beiden Standorten in Thüringen arbeiten insgesamt mehr als 1000 Menschen.

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FUSSBALL: Borussia Dortmund hat den ersten Sieg in der Gruppenphase der Champions League gefeiert. Das Team von Trainer Jürgen Klopp gewann vor heimischem Publikum 3:0 gegen Olympique Marseille. Schalke 04 bleibt in der Champions League auf Erfolgskurs. Die Mannschaft setzte sich beim FC Basel mit 1:0 durch. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel sind die Schalker Spitzenreiter in der Gruppe E.

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