1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Über 13 000 serbische Flüchtlinge aus Kroatien stellten Rückkehrantrag

3. Dezember 2001

– 50 000 wollen ihre Mietwohnungen zurück

https://p.dw.com/p/1Rwj

Zagreb, den 2.12.2001 (HINA, kroat.)

(Auszüge) Das Amt für Vertriebene, Rückkehrer und Flüchtlinge des Ministeriums für öffentliche Bauaufträge, Wiederaufbau und Bauwesen hat mitgeteilt, bislang hätten 13 164 kroatische Bürger serbischer Nationalität, die sich in Jugoslawien und Bosnien-Herzegowina aufhalten, einen Antrag auf Rückkehr gestellt. Diese Anträge bezögen sich jedoch nicht auch darauf, dass Mieter ihre Mietwohnungen zurückerhalten könnten (Damit ist ein Mietrecht gemeint, das sich auf staatliche Wohnungen bezog und 1996 außer Kraft gesetzt wurde. Gleichzeitig lief auch die Frist dafür ab, diese staatlichen Wohnungen zu erwerben, wobei die Mieter Vorkaufsrecht hatten – MD). Die Rückkehr wurde 8 000 Antragstellern vor mehr als einem Jahr bewilligt.

Die Zahl (...) der potentiellen Rückkehrer sei noch nicht endgültig, da Rückkehranträge in Jugoslawien und Bosnien-Herzegowina weiterhin eingingen. Ferner würden Wiederaufbau-Anträge gestellt, wofür die Frist am 31. Dezember diesen Jahres ablaufe.

Im Hinblick auf die kürzlich erhobene Forderung von Vereinigungen der aus Kroatien geflüchteten Serben mit Sitz in Jugoslawien und Bosnien-Herzegowina, dass Mieter ihre Mietwohnungen zurückerlangen sollten, erhielten wir bei den dafür zuständigen internationalen Institutionen und den entsprechenden kroatischen Organen die Antwort, dass keine Anträge dieser Art amtlich eingingen. Ihren Erkenntnissen nach würden derartige Listen beziehungsweise Anträge von Vereinigungen der aus Kroatien geflüchteten Serben, die sich derzeit in Bosnien-Herzegowina und Jugoslawien befänden, verfasst.

Das UNHCR in Bosnien-Herzegowina erklärte, die Anträge, die die Flüchtlinge bis zum 31. Dezember stellen müssten, bezögen sich auf den Wiederaufbau von Wohnhäusern und nicht auf die Rückgabe von Mietwohnungen. Das UNHCR habe in diesem Zusammenhang daran erinnert, dass es bereits vor zwei Monaten in Kooperation mit der kroatischen Regierung damit begonnen habe, die Flüchtlinge zu registrieren, die den Wiederaufbau ihrer Häuser wünschten. (...) Den Angaben des UNHCR zufolge befinden sich 24 800 aus Kroatien geflüchtete Serben in Bosnien-Herzegowina.

Vereinigungen geflüchteter Serben aus Kroatien fordern jedenfalls die Rückgabe ihrer Mietwohnungen oder eine Entschädigung; dabei werden 50 000 Anträge erwähnt. Diese Zahl nannte auch die OSZE in ihrem kürzlich vorgelegten Bericht.

Die Leiterin des jugoslawischen Flüchtlingsausschusses, Sanda Raskovic-Ivic, erklärte bei ihrem Zagreb-Besuch unlängst gegenüber kroatischen Medien, in ihrem Büro in Belgrad hätten sich bislang ungefähr 17 000 serbische Flüchtlinge aus Kroatien gemeldet, die die Rückgabe ihrer Mietwohnungen forderten. Sie behauptet jedoch, dass dies nicht die endgültige Zahl sei, da die Unterschriftenaktion für diese Flüchtlinge erst im Anfangsstadium sei. Ihr zufolge sollten den Serben in Kroatien zirka 50 000 Wohnungen zurückgegeben oder kompensiert werden. Falls in der Zwischenzeit in diese Wohnungen Kroaten eingezogen oder die Wohnungen (dem Staat) abgekauft worden seien, würde dafür Entschädigung verlangt und zwar "Quadratmeter für Quadratmeter", unterstrich Raskovic-Ivic. (md)