Ägypter ″wählen″ neuen Präsidenten | Aktuell Nahost | DW | 26.03.2018
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Wahl in Ägypten

Ägypter "wählen" neuen Präsidenten

Von einer Wahl kann eigentlich keine Rede sein. Amtsinhaber al-Sisi tritt gegen einen weitgehend unbekannten Herausforderer an und gilt bereits jetzt als Sieger. Interessant ist in Ägypten nur die Wahlbeteiligung.

In Ägypten hat am Montag die dreitägige Präsidentenwahl begonnen. Etwa 60 Millionen Ägypter sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die annähernd 14 000 Wahllokale im bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt öffneten um 9.00 Uhr. Zur Wahl stehen der autoritäre und von der mächtigen Armee unterstützte Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sisi sowie der Politiker Mussa Mustafa. Er gilt als Alibi-Kandidat, damit der Präsident nicht alleine antreten muss.

Viele Stimmen werden dem wenig bekannten Herausforderer nicht vorausgesagt. Andere potenzielle Bewerber waren vor der Wahl verhaftet worden oder zogen ihre Kandidatur zurück. Da der Sieg des Amtsinhabers so gut wie feststeht, richtet sich das Augenmerk auf die Wahlbeteiligung als Indikator für al-Sisis Rückhalt in der Bevölkerung.

Ägypten Präsidentschaftswahlen (Getty Images/AFP/K. Desouki)

Eine Wahl haben die Ägypter kaum. Fraglich bleibt, wie viele Menschen überhaupt ihre Stimme abgeben

Al-Sisi hatte nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 die Macht übernommen. 2014 wurde er mit rund 97 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt. Viele Ägypter sehen in al-Sisi den "starken Mann", der dem Chaos nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak durch einen Volksaufstand im Jahr 2011 ein Ende setzte. Menschenrechtsgruppen werfen al-Sisi indes vor, dass seine Herrschaft mittlerweile repressiver sei als die von Mubarak. Ägypten gilt für den Westen als Schlüsselland für die Stabilität im Nahen Osten. Al-Sisi ist auch für die Bundesrepublik ein wichtiger Partner im Kampf gegen den Terror und illegale Migration.

jv/haz (dpa, afp, rtr)

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