Ägypten vermittelt zwischen Hamas und Israel | Aktuell Nahost | DW | 28.06.2019
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Nahost

Ägypten vermittelt zwischen Hamas und Israel

Die islamistische Hamas und Israel haben sich offenbar auf gegenseitige Zugeständnisse geeinigt. Israel liefert wieder Treibstoff und erweitert die Fischereizone, die Hamas verzichtet auf das Senden von Brandballons.

Palästina Gazastreifen ohne Strom - Einziges Kraftwerk abgeschaltet (Gettty Images/AFP/M. Hams)

Erhält wieder Treibstoff: Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen

Die radikal-islamische Hamas und Israel haben sich offenbar auf gegenseitige Zugeständnisse geeinigt. Israel liefert wieder Treibstoff und erweitert die Fischereizone, die Hamas verzichtet auf das Senden von Brandballons.

Dies sei unter anderem unter der Vermittlung Ägyptens geschehen, sagte ein führender Vertreter der Palästinenserorganisation. Israel wird die Einfuhr von Treibstoff für das einzige Kraftwerk im Gazastreifen wieder aufnehmen, teilte ein israelischer Beamter mit. Zudem erklärte das Fischereikomitee in Gaza, dass die Fischereizone wieder auf bis zu rund 24 Kilometer ausgedehnt worden sei.

Gaza: Naval Blockade im Gazastreifen (picture-alliance/Xinhua/Stringer)

Fischer aus dem Gazastreifen können wir bis zu 24 Kilometer aufs Meer hinausfahren

Nach Angaben der Hamas sind diese Änderungen Teil der Vereinbarung mit Israel. Palästinensische Medien berichteten, die Hamas habe sich dazu verpflichtet, das Senden von Brandballons nach Israel zu unterbinden. Nach einem Bericht der israelischen Zeitung "Maariv" hatten diese Ballons seit Anfang der Woche mehr als 100 Brände im Süden Israels ausgelöst.

Unter Beobachtung

Jedoch beobachtet Israel die Situation in Gaza weiter mit Sorge und erwägt gegebenenfalls erneute Maßnahmen. "Wenn die Hamas ihren Verpflichtungen nicht nachkommt, wird Israel erneut Sanktionen verhängen", heißt es aus israelischen Kreisen.

Gazastreifen Brände durch brennende Ballons und Drachen (Imago/ZUMA Press)

Hamas sendete Brandballons in Richtung Israel und verursachte Waldbrände

Wegen der Brandballons hatte Israel zuletzt zeitweise die Fahrt aufs Meer komplett verboten und Anfang der Woche Treibstofflieferungen in das Küstengebiet gestoppt. Damit hatte den rund zwei Millionen Palästinensern dort erneut eine Verschlechterung der Energieversorgung gedroht.

Kritische Energieversorgung

Bis dahin hatten die Menschen im Schnitt zwölf Stunden Strom pro Tag. Israel soll sich nach Angaben der Hamas auch dazu verpflichtet haben, bei den regelmäßigen Protesten am Grenzzaun zu Israel nicht scharf auf Demonstranten zu schießen.

Die EU, Israel und die USA stufen die im Gazastreifen herrschende Hamas als Terrororganisation ein. Israel hat vor zwölf Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen.

cgn/fab (ap, afp, dpa)

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