Ägypten und Nigeria vorzeitig im Achtelfinale | Sport | DW | 26.06.2019
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Vorrunde

Ägypten und Nigeria vorzeitig im Achtelfinale

Der Star des Afrika Cups erzielt sein erstes Tor: FC Liverpool-Profi Mohamed Salah. Der Gastgeber gewinnt sein zweites Vorrundenspiel ebenso wie die Super Eagles. Unterdessen hat das Turnier seinen ersten Skandal.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Was wurde im Vorfeld des Afrika Cups nicht alles über Hitze und die Gesundheit der Spieler gesprochen. Denn erstmals findet der Afrika Cup im Sommer und nicht wie bisher im Winter statt, damit die europäischen Vereine nicht so lange Spieler abstellen müssen. Und jetzt? Die erste Partie heute in Alexandria zwischen Nigeria und Guinea spielte sich bei 29 Grad Celsius ab, also etwas milder als in Deutschland (34 Grad) oder gar in Frankreich (37 Grad), wo gerade die Frauen-WM stattfindet.

Ins Schwitzen gerieten die Teams beim 1:0 (0:0)-Erfolg der Super Eagles natürlich dennoch ordentlich, vor allem Nigeria, das als Favorit in dieses Spiel ging, aber nur selten gefährlich vor dem burundischen Tor auftauchte. Bei Guinea standen gleich drei den Bundesliga-Fans bekannte Spieler auf dem Platz: Ex-RB Leipzig-Profi Naby Keita (FC Liverpool), Ibrahima Traoré (Borussia Mönchengladbach) und Simon Falette (Eintracht Frankfurt). Mittelfeldspieler Keita konnte seine Stärken jedoch nicht wirklich einbringen, weil er regelmäßig vom Gegner gedoppelt und immer mal wieder rüde gefoult wurde und in der 70. Minute angeschlagen ausgewechselt wurde.

Africa Cup of Nations 2019 - Group B - Nigeria v Guinea (Reuters/S. Salem)

Torschütze Kenneth Omeruo (l.)

Gutes Team: Salah und Trezeguet

Die 9. Ecke der Nigerianer führte letztlich zum einzigen Tor dieser Partie: Kenneth Omeruo köpfte den Ball nahe des ersten Pfostens stehend ein und ließ Torwart Ibrahim Koné keine Chance (73. Minute). Damit führt Nigeria die Gruppe B uneinholbar mit sechs Punkten an. Madagaskar hat ebenfalls wie Guinea einen Punkt, aber noch eine Partie mehr zu spielen. Burundi konnte bisher noch keinen Zähler sammeln.

Im zweiten Spiel an diesem Tag trennten sich in der Gruppe A Uganda und Simbabwe mit 1:1 (1:1). Die Tore erzielten Emmanuel Okwi für die Ugander (12.) sowie Khama Billiat (41.). Gruppenerster bleibt aber Gastgeber Ägypten (sechs Punkte) nach dem 2:0 (2:0)-Erfolg gegen DR Kongo. Dabei erzielte Mohamed Salah, mit dem FC Liverpool Champions-League-Sieger 2019 und zweifacher Premier League-Torschütze, sein erstes Tor des Turniers. Trezeguet, der im ersten Spiel getroffen hatte, legte mustergültig für Salah auf, der narrte im Strafraum zwei Gegenspieler und zog ins kurze Eck ab (43). Zuvor hatte Ahmed El-Mohammadi Ägypten in Führung gebracht (25.)

Vorwürfe gegen Amr Warda wegen sexueller Belästigung

Dabei musste der Gastgeber heute und auch den Rest des Afrika Cups ohne seinen Mittelfeldspieler Amr Warda auskommen. Der nationale Fußballverband suspendierte ihn heute wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung für alle weiteren Partien des Turniers aus dem Kader. Beim ägyptischen Auftaktspiel gegen Simbabwe wurde Warda noch in der 71. Minute eingewechselt. Erste Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den 25-Jährigen wurden bereits zu Wochenbeginn in den sozialen Netzwerken verbreitet. Mehrere Frauen hatten Screenshots obszöner Kommentare des Offensivspielers von Atromitos Athen geteilt. Zusätzlich soll Warda einer Frau ein Nacktvideo von sich geschickt haben, das am Mittwochmorgen in den sozialen Medien aufgetaucht war.

WM 2018 | Russland | Ägypten gegen Uruguay (Reuters/D. Staples )

Suspendiert: Der ägyptische Nationalspieler Amr Warda

Warda wird nicht zum ersten Mal mit dem Vorwurf sexueller Belästigung konfrontiert. Bereits 2017 kündigte der portugiesische Erstligist CD Feriense nach nur wenigen Tagen seinen Vertrag, weil er die Ehefrauen von zwei Teamkollegen sexuell belästigt haben soll. Vor wenigen Wochen hatte das Fußballmagazin 'kicker' Warda noch mit einem Wechsel zu Bundesligaabsteiger 1. FC Nürnberg in Verbindung gebracht. Der neue Club-Trainer Damir Canadi hatte in den vergangenen beiden Spielzeiten bei Atromitos Athen mit dem Ägypter zusammengearbeitet.

sw (dpa, sid)

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