Zyklon ″Idai″: Mehr als 1000 Tote | Aktuell Welt | DW | 10.04.2019
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Zyklon Idai

Zyklon "Idai": Mehr als 1000 Tote

Im südlichen Afrika steigt die Zahl der Menschen, die durch "Idai" umgekommen sind, weiter an. Vor allem Simbabwe meldet deutlich mehr Opfer. Zudem breitet sich Cholera rasant in den betroffenen Gebieten aus.

Insgesamt zwei Millionen Menschen sind nach Angaben der örtlichen Behörden und der Vereinten Nationen von den Verheerungen betroffen. 165.000 wurden obdachlos.

Der Zyklon war Mitte März nahe der mosambikanischen Hafenstadt Beira auf Land getroffen und dann nach Westen weitergezogen. Sintflutartiger Regen und starke Winde verwüsteten weite Landesteile.

Vor allem Simbabwe meldete am Dienstagabend einen deutlichen Anstieg der Opfer. Nach Angaben von Informationsministerin Monica Mutsvangwa verzeichnet das Land inzwischen über 340 Tote - die Schätzungen lagen bisher bei 180 bis 250 Opfern.  Im Osten des Landes werden demnach immer noch knapp 260 Menschen vermisst. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass auch sie tot sind.

Mosambik Flutopfer in Tete (DW/A. Zacarias)

Der Zyklon Idai hat weite Teile von Mosambik verwüstet

Im benachbarten Mosambik starben über 600 Menschen, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. In Malawi kamen knapp 60 Menschen durch heftige Regenstürme und Überschwemmungen noch vor Idai ums Leben. Dort sind 900.000 Menschen von den Zerstörungen betroffen.

Mehr als 2000 Cholera-Fälle

Die Hilfsorganisationen vor Ort, die die Betroffenen unterstützen, haben auch mit der Infektionskrankheit Cholera zu kämpfen. Allein in Beira selbst, wo mehr als 500.000 Menschen leben, hat die Zahl der Cholera-Kranken die Zweitausendergrenze längst überschritten. Auch im Umland greift die Infektionskrankheit weiter um sich. Im Großraum von Beira waren vergangene Woche rund 800.000 Impfungen verabreicht worden.

Mosambik Zyklon Idai - Solidaritätskampagne in Niassa (DW/Manuel David)

Helfer von NGOs versuchen, die Betroffenen zu unterstützen und zu versorgen

Die UN-Koordinierungsstelle für Humanitäre Angelegenheiten (OCHA) schreibt in ihrem Lagebericht, es fehle Geld und Material für die notwendige Versorgung. Mehr als 750.000 Menschen im zentralmosambikanischen Überflutungsgebiet erhalten demnach Nahrungsmittelhilfe, doch nur ein Viertel der Kosten ist gedeckt.

Mosambik Flutopfer in Tete (DW/A. Zacarias)

Knapp 165.000 Menschen sind durch den Zyklon Idai obdachlos geworden

Noch immer gibt es Sturmopfer, die nur mit dem Hubschrauber versorgt werden können und solche, die bislang leer ausgingen. Vom 5300 untersuchten Kindern erwies sich laut des Berichts fast jedes zweite als "schwer unterernährt".

Schwer zu stemmen ist auch die Unterbringung der Obdachlosen. Mehr als 230.000 Häuser in Mosambik gelten als zerstört oder schwerbeschädigt, so dass über 150.000 Menschen in rund 150 Camps Zuflucht suchten. Doch es fehlen 61.000 Zeltplanen und 33.000 Decken, listet OCHA Lücken in der Versorgung auf.

Die Vereinten Nationen baten um Spenden in Höhe von 251 Millionen Euro, um die Nothilfe für die nächsten drei Monate finanzieren zu können. 

ach/hk (afp, epd)

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