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Fußball

BVB siegt im Viertelfinal-Drama

Borussia Dortmund gewinnt in der Nachspielzeit sein Viertelfinal-Rückspiel gegen Málaga und zieht ins Halbfinale ein. Real Madrid schafft es gegen Galatasaray überraschend nur mit Mühe und Not in die nächste Runde.

Als der Abpfiff ertönte im weiten Rund der Dortmunder Arena, fühlte es sich so an, als sei der Champions-League-Pokal schon gewonnen: Ein Jubelschrei aus über 60.000 Kehlen, fassungsloses Staunen, eine Woge des Glücks. Alle Spieler lagen sich in den Armen und feierten anschließend den Sieg mit ihren Fans auf den Zäunen der Südtribüne. Borussia Dortmund schoss zwei Tore in der Nachspielzeit, drehte damit im letztmöglichen Zeitpunkt ein verloren geglaubtes Spiel und zog in das Halbfinale der Champions League ein. Mit 3:2 (1:1) gewann der BVB und zeigte dabei neben einer tollen Moral vor allem eine kämpferische Leistung.

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Das Wunder von Dortmund

Dortmund bleibt damit weiter die einzige Mannschaft, die noch ungeschlagen ist, und hat nun alle fünf Heimspiele in diesem Wettbewerb gewonnen. "So etwas habe ich noch nie erlebt, das ist unfassbar, ich bin fix und fertig", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Manager Michael Zorc resümierte: "Wir hatten viel, viel Glück. Die Mannschaft hat aber immer dran geglaubt. Das war aber sicherlich nicht unser bestes Spiel, wir haben aber verdient gewonnen."

Früher Schockmoment für Dortmund

BVB-Trainer Jürgen Klopp veränderte seine Startelf auf sieben Positionen im Vergleich zum 4:2-Ligasieg gegen den FC Augsburg, in der Klopp eine bessere B-Elf auflaufen ließ. So rückte unter anderem Roman Weidenfeller wieder für Mitchell Langerek in das Tor und mit Ilkay Gündogan, Mario Götze, Marco Reus und Roman Lewandowski stand die volle Offensivkraft auf dem Platz. Gänsehaut-Momente gab es schon vor dem Anpfiff: Spanische Fans brachten sich in der Dortmunder Innenstadt lautstark singend in die richtige Champions-League-Stimmung, Dortmund-Anhänger hielten stimmgewaltig dagegen.

Eine Choreographie vor dem Spiel der Dortmunder gegen Malaga. (Foto: Bernd Thissen/dpa)

Die BVB-Fans unterstützten ihr Team mit einer tollen Choreographie.

Das Spiel begann verhalten. Nach zaghaften Anfangsbemühungen der Dortmunder mit einem Heber von Lewandowski über das Tor und sehr defensiv eingestellten Gästen musste die Borussia einen Rückschlag verdauen, denn mit der ersten Chance kam Malaga zum Tor: Joaquín vollendete einen Konter mit mehreren Abstimmungsfehlern der BVB-Abwehr zum 1:0 (25. Minute). In dieser Phase ließ Dortmund alles vermissen, was es die letzten zwei Jahren ausmachte: Tempo, ideenreiches Spiel, blitzartiges Umschalten und leidenschaftliches Offensivspiel. Dann kam die 40. Minute und der BVB-Turbo zündete. Lukasz Piszczek eroberte den Ball, dann ging es überfallartig schnell: Götze auf Reus, der mit der Hacke auf Lewandowski, ein kurzer Heber über den bereits im Strafraum liegenden Torwart und der vielumjubelte Ausgleich. Das Stadion stand Kopf.

Hochspannung in Halbzeit zwei

Nach dem 0:0 im Hinspiel in Spanien musste Dortmund das Spiel gewinnen, denn Auswärtstore zählen bei Punkt- und Torgleichheit doppelt. Das 1:1 hätte also das Weiterkommen für Málaga bedeutet. Doch die Andalusier ruhten sich nicht darauf aus: Noch in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hatten sie eine Riesenchance: Nach einem Freistoß kam Torschütze Joaquín völlig frei zum Kopfball, Weidenfeller hielt. Auch nach dem Seitenwechsel ging die erste Großchance an die Gäste: Wieder war es Joaquín, der Weidenfellers Reflexe prüfte.

Es dauerte bis zur 75. Minute, ehe sich die Dortmunder wieder eine große Tormöglichkeit erarbeiteten. Nach einem Doppelwechsel kam Reus zum Schuss, scheiterte aber am überragend haltenden argentinischen Torwart Willy. Nur drei Minuten später machte Willy den Dortmundern nach einem Schuss von Götze erneut einen Strich durch die Rechnung – wie schon im Hinspiel bekam er irgendwie noch einen Fuß dazwischen. Dann folgte, was folgen musste: Konter und Tor für Málaga. Eliseu (82.) machte aus abseitsverdächtiger Position das 2:1 und scheinbar damit alles klar für die Spanier. Doch dann schlugen die Dortmunder zu: Reus und Santana trafen jeweils in der Nachspielzeit und machten aus dem Dortmunder Stadion ein Tollhaus. Da interessierte es kaum noch jemanden, dass das spielentscheidende Tor Santanas wegen Abseits eigentlich nicht hätte gewertet werden dürfen.

Galatasaray macht es noch mal spannend

Cristiano Ronaldo von Real Madrid bejubelt sein Tor. (Foto: EPA/SEDAT SUNA)

Cristiano Ronaldo (r.) - der Mann für die wichtigen Tore bei den "Königlichen".

Auch das zweite Viertelfinalspiel des Abends hielt einiges an Überraschungen bereit: Zwar siegte Gastgeber Galatasaray Istanbul gegen Real Madrid mit 3:2 (0:1), doch nach dem 3:0 der Spanier im Hinspiel konnten diese in die Runde der letzten vier Mannschaften einziehen. Auch wenn sie auf dem Weg dorthin Mühe hatten.

Cristiano Ronaldo brachte Real bereits in der 8. Minute nach einem Zuspiel des deutschen Nationalspielers Sami Khedira mit 1:0 in Front. Doch dann folgte die zweite Halbzeit, in der die Türken plötzlich drei Tore machten und die Partie noch mal offen hielten. Emmanuel Eboué (58.), Wesley Sneijder (71.) und Didier Drogba (72.) trafen zum 3:1 für Istanbul. Ronaldo erzielte in der Nachspielzeit sein zweites Tor zum 2:3-Endstand, der den Madrilenen für den Einzug in das Halbfinale reichte.

Am Mittwoch (10.04.2013, 20:45 MESZ) werden die restlichen Halbfinal-Teilnehmer ermittelt: Bayern München hat nach dem 2:0-Sieg bei Juventus Turin beste Chancen auf die Runde der besten vier, ebenso wie der FC Barcelona nach dem 2:2 bei Paris St. Germain. Die Auslosung für die Halbfinalpartien findet am Freitag (12.04.2013) statt. Die Halbfinalspiele werden dann am 23./24. April (Hinspiele) und 30. April/1. Mai ausgespielt.

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