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Fußball

Abstiegsangst im Bundesliga-Endspurt

Das Abstiegsgespenst geistert durch die Fußball-Bundesliga. Vor dem 33. Spieltag müssen sechs Klubs fürchten, mit Hannover 96 den Gang in die 2. Liga anzutreten. Bayern München will nun "endlich" den Meistertitel.

Vor dem Endspurt im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga sind die Nerven aller Beteiligten bis zum Zerreißen gespannt. Die Angst vor dem Gang in die 2. Liga grassiert und bringt jede Menge Psychospielchen, Verbalattacken und sogar Treueschwüre mit sich. Doch schon vor dem 33. Spieltag zeigt sich, dass Tradition nicht vor Abstieg schützt. Schlusslicht Hannover 96 steht bereits als Absteiger fest. Und auf den Plätzen 15 bis 17 tummeln sich Teams mit insgesamt zehn deutschen Meisterschaften, 13 DFB-Pokal-Siegen und zwei Europacup-Triumphen.

Platz 17: VfB Stuttgart, 33 Punkte

Fünf Meisterschaften und drei Pokalsiege hat der VfB Stuttgart auf seinem Briefkopf stehen, doch aktuell sieht es für die Schwaben auf dem vorletzten Tabellenplatz ganz düster aus. Nach dem 2:6-Debakel bei Werder Bremen am vergangenen Montag droht dem VfB der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte nach 1975. Der klare Negativtrend und die großen Personalprobleme sprechen gegen das Team von Trainer Jürgen Kramny.

Die Angst sitzt tief, bei den VfB-Fans sowieso, aber auch bei altgedienten Stuttgartern und der lokalen Politik. Ex-Präsident Erwin Staudt sagte bei Sport1 vor dem vorentscheidenden Spiel am Samstag gegen den FSV Mainz 05 ganz unverblümt: "Ein Abstieg wäre für mich das größte anzunehmende Unglück im Sport. Ich will gar nicht daran denken. Das wäre der Super-GAU." Auch Stuttgarts Bürgermeister Fritz Kuhn bangt: "Der VfB ist ein Imageträger der Stadt. Es wäre herb, wenn er nicht mehr in der Bundesliga spielen würde."

Kevin Grosskreutz im Porträt (Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

Weltmeister Kevin Großkreutz bleibt Stuttgarter - auch in Liga zwei

Sollte es tatsächlich so weit kommen, will ausgerechnet der einzige Weltmeister im Team dem Klub die Treue halten - obwohl der Etat von derzeit 43 Millionen Euro um die Hälfte schrumpfen würde. Falls es nicht reicht, "würde ich niemals so den Verein verlassen, sondern es wieder ausbügeln. Ich brenne. Dafür habe ich zu viel Stolz", schrieb Kevin Großkreutz bei Instagram.

Platz 16: Eintracht Frankfurt, 33 Punkte

Trotz aller Probleme beim VfB steht für die Buchmacher ein anderer Traditionsklub ganz oben auf der Liste der potenziellen Absteiger. Einer, der immerhin eine Meisterschaft, vier Pokalsiege und einen UEFA-Pokalsieg (1980) aufzuweisen hat: Eintracht Frankfurt. Die Hessen liegen mit den Stuttgartern nach Punkten gleich auf, haben bei den Wettanbietern allerdings eine noch schlechtere Quote als der VfB. Das mag wohl auch daran liegen, dass der Eintracht im bevorstehenden Heimspiel gegen Borussia Dortmund kaum etwas zugetraut wird.

Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen sitzt auf der Eintracht-Bank (Foto: picture-alliance/S. Simon)

Heribert Bruchhagen versucht es mit Psychotricks

Vielleicht ist das auch der Grund für das offensichtliche Ablenkungsmanöver des scheidenden Klubchefs Heribert Bruchhagen, der über einen Bowlingabend beim Lokalrivalen und Konkurrenten Darmstadt 98 herzog. "Die Situation ist sehr angespannt. Jetzt zählt ausschließlich die Konzentration auf dem Trainingsplatz. Wer glaubt, eine Mannschaft auf der Bowlingbahn formen zu können, der liegt falsch", sagte Bruchhagen bei Sky Sport News HD. "Einen Gemeinschaftsabend zu machen und dann mal richtig auf den Tisch zu hauen, das ist der größte Blödsinn aller Zeiten."

Platz 14: Darmstadt 98, 35 Punkte

Darmstadts Trainer Dirk Schuster konterte Bruchhagen vor der Partie bei Hertha BSC. "Er darf seine Meinung haben. Die wird voll respektiert. Wir haben die Mannschaft auf der Bowlingbahn nicht auf das Spiel vorbereitet", sagte der Coach. "Die Bowling-Einheit war eine gute Abwechslung zur täglichen Trainingsarbeit."

Platz 15: Werder Bremen - 34 Punkte

Ob Bruchhagen auch den Ansatz der Bremer kritisch beäugt, ist nicht überliefert. Werder, mit vier Meisterschaften, sechs Pokalsiegen und einem Europacup-Erfolg (Europapokal der Pokalsieger 1992) dekoriert, setzt auf totale Konzentration und reiste bereits am Donnerstag zum letzten Auswärtsspiel beim 1. FC Köln. "Wir wollen uns mit der nötigen Ruhe auf das Spiel fokussieren. Es gilt, den Schwung aus dem Stuttgart-Spiel mitzunehmen und die Konzentration hoch zu halten", sagte Trainer Viktor Skripnik, der einen leidenschaftlichen Auftritt mit kühlem Kopf fordert: "Wir wollen nicht ab der ersten Minute nach vorne rennen und Harakiri machen."

Konzentriert zu Werke gehen müssen auch noch 1899 Hoffenheim und der FC Augsburg. Beide haben jeweils 37 Punkte auf ihrem Konto und können sich am vorletzten Spieltag endgültig retten. Der Tabellendreizehnte aus Hoffenheim muss zum Schlusslicht nach Hannover, der Zwölfte Augsburg muss bei Schalke 04 antreten.

Bayern vor Krönung im Derby

Zweikampf zwischen Bayern Münchens Arturo Vidal (r.) und Ingolstadts Mathew Leckie (l.) (Foto: picture alliance/Pressefoto Ulmer/M. Ulmer)

Wie zwischen Arturo Vidal (r.) und Mathew Leckie könnte es auch zwischen Bayern und Ingolstadt hoch hergehen

Ganz oben können die Münchner im bayerischen Derby beim Aufsteiger FC Ingolstadt nun "endlich" ihren historischen vierten Titelgewinn in Folge perfekt machen. Das werde aber, warnt Bayern-Coach Pep Guardiola, "sehr kompliziert. Ingolstadt hat eine Wahnsinns-Saison gespielt. Sie werden mit großem Enthusiasmus gegen uns spielen." Gegen den FCI wird sich auch zeigen, wie das Team den öffentlich gewordenen Kabinen-Krach nach dem 2:1 gegen Atletico Madrid verdaut hat. Guardiola soll nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League in der Bayern-Kabine die medizinische Abteilung heftig attackiert haben, berichtete die "Bild"-Zeitung.

Im Kampf um Platz vier und die Qualifikation zur Königsklasse will Mönchengladbach gegen den bereits feststehenden Tabellendritten Bayer Leverkusen drei Punkte im heimischen Borussia-Park behalten. Und im Duell der Tabellennachbarn kommt es in Hamburg zu dem Aufeinandertreffen des Elften aus der Hansestadt und des Zehnten Wolfsburg.

Alle Begegnungen des 33. Bundesliga-Spieltags beginnen am Samstag um 15.30 Uhr MESZ und Sie können das Geschehen im DW-Liveticker mitverfolgen. Los geht es rund 15 Minuten vor dem Anpfiff.

ck/sn (sid)

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