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Kultur

Vor 125 Jahren geboren: Fritz Lang

Er war ein Jahrhundertregisseur. Und seine Werke faszinieren noch heute: Fritz Lang drehte visionäre Stummfilme, schuf ein breites Œuvre und setzte sich auch in Hollywood durch.

Man kann nun wirklich nicht sagen, dass Fritz Lang in den vergangenen Jahren in Deutschland nicht oft genug gewürdigt worden wäre. Seine berühmten Stummfilme wurden in aufwendig restaurierten Fassungen in festlichem Rahmen wiederaufgeführt. Festivals und Filmmuseen veranstalteten Retrospektiven und Werkschauen seines Œuvres. Das alles wurde auch publizistisch begleitet. So gibt es international wohl nur wenige andere Filme, über die so viele Bücher geschrieben worden sind wie über Langs Zukunftsvision "Metropolis".

Ein kultureller Exportschlager - die Filme Fritz Langs

Und doch kann man sich natürlich auch im 125. Geburtsjahr des berühmten Regisseurs - Fritz Lang erblickte am 5. Dezember 1890 in Wien das Licht der Welt - wieder am so überaus reichen Œuvre erfreuen. Auch im Ausland, wo vom Goethe-Institut und anderen Einrichtungen die Filme des Regisseurs immer wieder gern gezeigt werden.

Fritz Lang ist sicher einer der kulturellen Exportschlager Deutschlands - wenn man den in Österreich geborenen Regisseur, der lange in den USA gearbeitet hat, denn als Deutschen definiert. Er verfügte im Übrigen über drei Staatsbürgerschaften, die seines Geburtslandes, die deutsche und die US-amerikanische.

Aufführung von Metropolis 2010 am Brandenburger Tor mit großer Leinwand (Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images)

Fritz Lang in Berlin - Aufführung von "Metropolis" 2010 am Brandenburger Tor

Insofern ist es kein Fehler, wenn man sich nun auch im 125. Jahr seiner Geburt wieder einmal zurückerinnert an diesen visionären Filmemacher. Mit "Der müde Tod" hatte Lang 1921 einen ersten großen Erfolg gefeiert, dem er dann monumentale Filme folgen ließ. Die sollten ihn weltweit bekannt machen: "Die Nibelungen", "Metropolis", die "Mabuse"-Filme sowie das bis heute einflussreiche Werk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder".

Karriere in Deutschland und in den USA

1933 folgte der Bruch mit der deutschen Filmindustrie, nachdem Joseph Goebbels noch versucht hatte, den Regisseur für Propagandazwecke der NSDAP einzuspannen. Interessant ist in diesem Zusammenhang zu erfahren, dass Fritz Lang nicht unmittelbar nach dem vielzitierten Gespräch mit Goebbels das Land verließ, wie es der Regisseur selbst später immer kolportiert hatte.

Lang ließ sich zunächst noch Zeit, arbeitete weiter und ging erst Monate später ins Exil nach Paris. Wir verdanken diese Erkenntnis der vor kurzem erschienenen umfassenden Fritz-Lang-Biografie des Filmwissenschaftlers Norbert Grob. Es gibt also auch heute noch immer wieder neu zu entdeckende Kapitel im Leben und Werk dieses Jahrhundert-Regisseurs.

M - Eine Stadt sucht einen Mörder Filmszene mit Peter Lorre (Foto: Picture alliance)

"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" mit Peter Lorre

Fritz Lang: am liebsten unabhängig

Nach dem französischen Intermezzo gelang dann der Sprung nach Hollywood, wo er zwar zu einem fleißigen und auch erfolgreichen Regisseur wurde, aber nie fest verwurzelt war. Fritz Lang, so Norbert Grob in seinem detailreichen Buch, war wohl auch aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur wenig geeignet, sich dem starren Studiosystem unterzuordnen. Einem System, in dem mächtige Produzenten und Studiobosse das Ruder in der Hand hielten und nicht der jeweilige Regisseur.

Ein persönliches Ereignis mit Folgen …

Grob hat in seiner detailreichen Auseinandersetzung mit Fritz Lang noch etwas anderes herausgefunden, was zu Neu-Interpretationen seiner Filme geradezu einlädt. Nach dem bis heute nicht völlig geklärten Tod seiner ersten Ehefrau, die durch einen Pistolenschuss zu Hause starb, während sich der junge Fritz Lang nebenan mit seiner Geliebten und späteren Ehefrau Thea von Harbou vergnügte, war er unter Mordverdacht geraten. Von diesem Vorwurf wurde er zwar später freigesprochen, doch der Schock saß tief.

Fritz Lang begann, alles zu notieren, aufzuzeichnen, führte ein akribisches Buch seiner Tätigkeiten. Wohl auch, um die vollständige Kontrolle über sein Leben zu erhalten. Das Thema des zu Unrecht Verdächtigten spielte später in seinen Hollywood-Filmen oft eine entscheidende Rolle.

Fritz Lang erhält Goldenes Filmband vom Generalkonsul Kaliforniens (Foto: picture alliance dpa)

Fritz Lang (l.) erhält 1963 das Goldene Filmband

Ein Mann mit Einfluss auf die Filmgeschichte

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland konnte er noch drei Filme realisieren - seine künstlerische Kraft fand er im Nachkriegsdeutschland allerdings nicht wieder. Fritz Lang starb 1976 in Los Angeles. Er hat uns Zuschauer und der Welt des Kinos so viele inspirierende, künstlerisch visionäre und noch heute atemberaubend spannende Filme hinterlassen, dass sich die Beschäftigung mit diesem Regisseur immer noch und wohl auch weiterhin lohnt. Auch nach seinem 125. Geburtstag.

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