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Rohingya-Konflikt

UN wirft Myanmar systematische Vertreibung der Rohingya vor

Seit August sind Hunderttausende muslimische Rohingya auf der Flucht aus Myanmar. Nun kommt eine UN-Studie zu dem Ergebnis, dass Myanmars Regierung die Rohingya-Minderheit gezielt aus dem Land geworfen habe.

Zeugnis der Gewalt: Luftaufnahme eines verbrannten Rohingya Dorfes in Myanmar
(Reuters/S. Z. Tun)

Zeugnis der Gewalt: Luftaufnahme eines verbrannten Rohingya Dorfes in Myanmar

Die UN-Ermittler stützen ihren Befund auf Interviews mit zahlreichen Rohingya, die seit Ende August aus Rakhine geflohen sind. Die Experten sprachen Mitte September mit 65 Einzelpersonen und Gruppen von Rohingya, die im Nachbarland Bangladesch Zuflucht gefunden haben.

Das Ergebnis der Untersuchung: Das Vorgehen der Armee ziele darauf ab, die Rohingya dauerhaft aus ihren Siedlungsgebieten im Bundesstaat Rakhine zu vertreiben, heißt es in einem in Genf vorgestellten Bericht von UN-Ermittlern.

"Brutale Angriffe"

Darin ist von "brutalen Angriffen" die Rede, die "gut organisiert, koordiniert und systematisch" erfolgten. Ihr Ziel sei es, "nicht nur die Bevölkerung aus Myanmar zu vertreiben, sondern sie von einer Rückkehr in ihre Häuser abzuhalten", heißt es in dem Bericht.

Hunderttausende Angehörige der Rohingya sind vor der Gewalt in Rakhine ins benachbarte Bangladesch geflüchtet. Der Konflikt war am 25. August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt.

"Das UN-Menschenrechtsbüro macht sich große Sorgen über die Sicherheit von Hunderttausenden Rohingya, die noch in der nördlichen Rhakine-Region leben", heißt es in dem Bericht.

Das mehrheitlich buddhistische Myanmar verweigert den meisten Rohingya die Staatsbürgerschaft und betrachtet sie als illegale Einwanderer, obwohl viele seit Generationen dort leben.

Zahlreiche Rohingya leben nun in Flüchtlingslagern im Nachbarland Bangladesch (Reuters/M. Ponir Hossain)

Zahlreiche Rohingya leben nun in Flüchtlingslagern im Nachbarland Bangladesch

Massenimpfung

Unterdessen startete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den Flüchtlingslagern und der Umgebung eine Massenimpfkampagne gegen Cholera. 650.000 Menschen sollen die Schluckimpfung in den nächsten Tagen bekommen, sowohl Geflüchtete als auch Einheimische.

Durch die Menschenmassen in der ohnehin armen Gegend sowie mangelnde Wasser- und Abwasserversorgung fürchten Experten den Ausbruch der Durchfallerkrankung. Die Impfung hält für sechs Monate. 

cgn/fab (afp, dpa)