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Hilfswerke schlagen Alarm

Massenimpfung gegen Cholera in Rohingya-Lagern in Bangladesch beginnt

Es ist die zweitgrößte internationale Impfkampagne gegen Cholera: Tausende Rohingya warten in langen Schlangen in den Flüchtlingscamps in Bangladesch. Kann ein großer Ausbruch noch verhindert werden?

Bangladesch Impfungen Kinder Rohingya (Getty Images/AFP/I. Mukherjee)

Freiwillige Helfer verabreichen Schluckimpfungen an Flüchtlingskinder in Bangladesch

Mehr als 200 mobile Impfteams seien unterwegs, insgesamt 900.000 Dosen Impfstoff stünden bereit, teilten UN-Kinderhilfswerk UNICEF und Weltgesundheitsorganisation WHO zum Auftakt ihres Großeinsatzes in Bangladesch mit. Ziel sei es, insbesondere in den Flüchtlingslagern der Rohingya den Ausbruch der bakteriellen Infektion Cholera zu verhindern, die vorrangig über Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen wird. UNICEF und WHO arbeiten mit dem Gesundheitsministerium in Dhaka zusammen.

In den Notaufnahmelagern der Migranten aus Myanmar waren in der vergangenen Woche bereits über 10.000 Fälle von gefährlichem Durchfall registriert worden. 

UNICEF Edouard Beigbeder (L) (Imago/Zumapress/M. Alam)

Edouard Beigbeder, UNICEF-Chef in Bangladesch

Epidemie befürchtet 

"Cholera ist eine gefährliche Erkrankung, besonders für Kinder, die in überfüllten und unhygienischen Bedingungen leben", erläuterte Edouard Beigbeder, UNICEF-Leiter in Bangladesch. Der Franzose hatte wiederholt auf einen akuten Mangel an sauberem Wasser und die Gefahren vor allem für Kinder, Babies und alte Menschen hingewiesen.

In einer ersten Runde erhalten rund 650.000 Menschen in den Camps Ukhiya und Teknaf in der Region Cox‘s Bazar die Schluckimpfungen. Dann sollen Ende Oktober 250.000 Kinder unter fünf Jahren eine zweite Dosis bekommen.

Krisenherde Haiti und Jemen 

Es handelt sich um die zweitgrößte internationale Kampagne gegen Cholera nach dem massiven Einsatz im Karibikstaat Haiti Ende des vergangenen Jahres. Dort waren 800.000 Menschen geimpft worden. Die Vereinten Nationen hatten jüngst auch Alarm geschlagen angesichts der dramatischen Lage mit vielen Cholera-Toten im Jemen. 

Mehr als eine halbe Million Angehörige der muslimischen Rohingya sind wegen des Konfliktes in ihrer Rakhine-Region in Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Mehr als 150 sind in den vergangenen Wochen beim Versuch ertrunken, sich im Nachbarland in Sicherheit zu bringen.

Der Konflikt in Myanmar war am 25. August eskaliert, als Rohingya-Extremisten Soldaten und Polizisten angriffen und viele Sicherheitskräfte ermordeten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden getötet, ihre Häuser niedergebrannt. Die Vereinten Nationen sprachen von "ethnischen Säuberungen". 

Neue Fluchtwelle?

Obwohl die Kämpfe in Myanmar abgeflaut sind, hält der Exodus an. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) berichtete, innerhalb eines Tages seien rund 11.000 neue Rohingya über die Grenze gekommen. Zuletzt waren es nur noch 1000 bis 2000 Neuankömmlinge pro Tag gewesen.   

SC/sti (afp, APE, rtre)