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Sport

Profiboxer dürfen bei Olympia starten

Schon bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro können Profiboxer an den Start gehen. Grünes Licht dafür gibt es jetzt vom Box-Weltverband AIBA. Doch die Entscheidung wird sehr kontrovers aufgenommen.

Der Weg für Profis zum olympischen Box-Turnier in Rio de Janeiro ist frei. Der Box-Weltverband AIBA entschied bei seinem außerordentlichen Kongress am Mittwoch in Lausanne, dass neben Amateuren künftig auch professionelle Kämpfer bei Olympischen Sommerspielen starten dürfen. Die seit Monaten heftig diskutierte Frage beantworteten die 92 AIBA-Kongressmitglieder bei der Abstimmung eindeutig: Es gab keine Gegenstimmen und nur vier Enthaltungen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte von der AIBA für die Aufnahme der Profis eine Satzungsänderung verlangt.

Durch die Entscheidung pro Profis ist unter anderem ein Olympia-Comeback von Wladimir Klitschko möglich. Er hatte 1996 in Atlanta Gold gewonnen. Konkret damit beschäftigen will sich der Ukrainer aber erst nach seinem WM-Rückkampf gegen Weltmeister Tyson Fury am 9. Juli in Manchester. Grundsätzlich steht der 40-Jährige einem Olympiastart offen gegenüber. "Ich habe die Gedanken immer unterstützt und den Willen gezeigt und finde es toll und klasse, dass bei diesen Olympischen Spielen zum ersten Mal Profis und Amateure mitmachen", sagte Klitschko gegenüber dem Fernsehsender RTL.

Benachteiligung der Amateure?

Viele andere in der Boxbranche sehen die Entwicklung jedoch kritisch. "Es ist den Amateuren gegenüber, die sich jahrelang darauf vorbereitet haben, nicht in Ordnung, wenn sie auf einmal Profis vor die Nase gesetzt bekommen", sagte WBA-Weltmeister Jürgen Brähmer. Der Halbschwergewichtler hatte genau wie der IBO-Champion im Cruisergewicht, Marco Huck, bereits seinen Olympia-Verzicht verkündet.

Schwergewichtler Wladimir Klitschko kämpft am 15.11.2010 gegen Kubrat Pulev aus Bulgarien (Foto: Imago)

Profis gegen Amateure: Ist das gerecht? Hier boxt Schwergewichtler Wladimir Klitschko gegen den Bulgaren Kubrat Pulev

Box-Ikone Lennox Lewis hatte die sich seit Monaten anbahnende Aufnahme der Profis ins olympische Boxturnier als "grotesk" bezeichnet und seine Sorge um die Gesundheit der Amateure zum Ausdruck gebracht. "Plötzlich trifft ein Weltmeister oder jemand aus den Top 10 der Profis auf einen Amateur, auf jemanden mit viel weniger Erfahrung. Ich sehe nicht, dass das fair ist", sagte der Olympiasieger von 1988 bei BBC Radio.

Zeit bis Rio knapp

Ob allerdings tatsächlich die prominenten Profikämpfer in Rio an den Start gehen, erscheint fraglich, da die Zeit für eine sportliche Qualifikation knapp ist. Von den deutschen Profiboxern habe bislang noch keiner die Hand gehoben, sagte Sportdirektor Michael Müller vom Deutschen Boxsportverband (DBV).

ck/og (sid)

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