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Aktuell Welt

Boxen: Klitschko verliert WM-Titel an Fury

Das Ende einer Ära: Wladimir Klitschko ist nach neuneinhalb Jahren nicht mehr Box-Weltmeister im Schwergewicht. Der Ukrainer verlor seine WM-Gürtel der Verbände WBA, WBO und IBF an Herausforderer Tyson Fury aus England.

Vor rund 45.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Esprit-Arena kassierte der haushohe Favorit Samstagnacht nach zwölf Runden eine einstimmige Punktniederlage (112:115, 112:115, 111:116). Klitschko, der vor dem Kampf auf eine über elfjährige Ära zurückblickte, in der er nicht bezwungen wurde, verlor seine 19. Titelverteidigung.

Der unorthodox in beiden Auslagen boxende Fury blieb auch in seinem 25. Kampf ungeschlagen, Klitschko verließ den Ring nach seinem 68. Profikampf zum vierten Mal als Geschlagener.

Nach dem Sieg: Ein Lied für die Gattin

"Da ist ein Traum wahr geworden. Sechs Monate habe ich mich darauf vorbereitet. Ich kann es kaum glauben", sagte Fury und sang noch im Ring ein Ständchen für seine Frau.

In dem von großen verbalen Scharmützeln im Vorfeld begleiteten Duell der beiden Hünen versuchte der in der Reichweite überlegene Herausforderer den wesentlich erfahreneren Titelverteidiger vom ersten Gong an zu provozieren. Klitschko behielt jedoch die Ruhe und versuchte, das richtige Rezept zu finden, um Fury zu beeindrucken.

Tyson Fury - Boxen

Herausforderer Fury konnte nach dem Sieg sein Glück kaum fassen

Das gelang dem ab der fünften Runde von einem Cut unter dem linken Auge gezeichneten Ukrainer allerdings nicht. In den ersten Runden konnte sich kein Boxer nachhaltig in Szene setzen. Klare Treffer gab es so gut wie keine. Der unorthodox boxende Fury ließ sich den Stil seines Gegners nicht aufzwingen und punktete dank seiner Aktivität auf den Punktzetteln der Wertungsrichter.

Hoffen auf eine neue Chance

Klitschko blieb zu passiv. Erst in der Schlussrunde landete er einige klare Treffer, mit denen er Fury einigermaßen beeindrucken konnte. Die aber kamen zu spät.

Unmittelbar nach seiner Niederlage im Schwergewichts-WM-Kampf gegen Fury kündigte Klitschko eine Revanche an. "Auf jeden Fall" werde es einen Rückkampf geben, sagte der 39-Jährige.

haz/pab (sid, dpa, RTL)