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Aktuell Nahost

IS soll Jugendliche gefoltert haben

100 Jugendliche aus Kobane sollen von IS-Dschihadisten misshandelt worden sein. Im Irak werden Terrorakte gegen Schiiten befürchtet, die zu ihrem höchsten Feiertag zu einem riesigen Fest pilgern.

Sie seien mit Kabeln verprügelt und gezwungen worden sein, Videos von Enthauptungen anzuschauen: Milizionäre des sogenannten "Islamischer Staats" (IS) haben nach Berichten von "Human Rights Watch" nahe der belagerten syrischen Stadt Kobane kurdische Jugendliche monatelang festgehalten und gefoltert. Die Menschenrechtsorganisation beruft sich auf Interviews mit einigen der entführten Kindern.

Befragt wurden demnach zwischen 14 und 16 Jahre alte Jugendliche. Sie seien zusammen mit etwa 100 anderen vier Monate in der Hand der IS-Dschihadisten gewesen. Etwa 250 junge Kurden seien Ende Mai auf dem Heimweg von der Schule aufgehalten, die Mädchen aber wenig später freigelassen worden. Vier Jungen berichteten, in einer Schule außerhalb der Stadt wiederholt geschlagen und misshandelt worden zu sein. Einigen sei aber auch die Flucht gelungen, der Rest in Etappen bis Ende Oktober freigelassen worden, hieß es weiter.

Im Irak gedenkt die schiitische Glaubensgemeinschaft ungeachtet der Terrordrohungen des IS an diesem Dienstag ihres Märtyrers Imam Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. Hunderttausende Schiiten sind wieder zum Aschura-Fest an die

Grabmoschee nach Kerbala südlich von Bagdad gepilgert. Am Vorabend wurden im Norden der irakischen Hauptstadt bei drei Anschlägen insgesamt 16 Menschen getötet und 39 verletzt, wie Sicherheitskräfte mitteilten. Bereits in den vergangenen Jahren hatten sunnitische Fanatiker das Fest zum Anlass genommen, Anschläge zu verüben.

Aus Furcht vor einer neuen Terrorwelle sunnitischer Extremisten am wichtigsten Feiertag der Schiiten waren die staatlichen Sicherheitsmaßnahmen massiv erhöht worden. Mehr als 33.000 Sicherheitskräfte sollen die Gläubigen schützen.

"Gefährlichste Terrororganisation"

Die Terrorarmee IS ist nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) die weltweit gefährlichste Terrororganisation - noch vor dem Netzwerk Al Kaida. "Wir wissen, dass der Islamische Staat die derzeit vermögendste, bestorganisierte und bestbewaffnete terroristische Organisation ist", warnte BND-Präsident Gerhard Schindler in einer Rede bei einem Geheimdienst-Kongress in Berlin. Der IS beherrsche und nutze "die ganze Klaviatur des Terrors, von klassischen Terroranschlägen bis hin zu großangelegten, perfekt durchgeplanten militärischen Operationen".

Was ihn von anderen Terrororganisationen unterscheide, sei "die enorme menschenverachtende Brutalität seines Vorgehens".

SC/as (APE, afp, rtre, dpa)