1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Der Vogel-Virus

Hühner sterben massenweise, Menschen werden mit Fiebersyptomen ins Krankenhaus eingeliefert, die Angst vor weiteren Todesfällen ist groß. In Südostasien grassiert die Vogelgrippe. DW-WORLD klärt auf.

default

Tausende von Hühnern starben schon an der Vogelgrippe

Ein achtjähriges Mädchen aus der vietnamesischen Provinz Ha Ray wurde bereits letzte Woche ins Krankenhaus eingeliefert. Am Samstag (17.1.04) starb sie - das fünfte Todesopfer der Vogelgrippe. Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Hanoi bestätigte, dass sie mit dem hoch ansteckenden Virustyp H5N1, dem Erreger der Vogelgrippe, infiziert war.

Die Behörden vor Ort schätzen die Zahl der Opfer weit höher: 15 Menschen wären bereits an der Seuche gestorben. "Sie werden auf die Krankheit hin untersucht, und das ist ein langwieriges Verfahren", sagte WHO-Sprecher Bob Dietz am Dienstag (20.1.04) in Hanoi.

Infektion über engen Kontakt mit Tieren

Unklarheit herrscht bisher in der Frage, warum alle Todesfälle im Norden des Landes auftraten, während im Süden doch sehr viel mehr Hühner mit dem Grippevirus infiziert sind. Denn die Krankheit wird vom Tier auf den Mensch übertragen. Laut WHO infiziert man sich nur bei engem Kontakt zwischen Mensch und Tier – beispielsweise über Blut oder Kot der Hühner.

Bereits 1997 waren in Hongkong sechs Menschen an der Vogelgrippe gestorben – auch hier erfolgte die Ansteckung über Hühner. Bisher gibt es keine Hinweise, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Doch ausgeschlossen werden kann das nicht, sagt Susanne Glasmacher, Sprecherin der Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin. "Von jetzt auf nachher geht das nicht", so Glasmacher, "aber das Virus hat es im Laufe der Jahre immer wieder versucht - es ist ein Frage der Statistik, ob mal eine Mutation dabei herauskommt, die sich auch von Mensch zu Mensch überträgt."

Ausmaß der Pandemie bisher unbekannt

Der WHO bereitet vor allem der zeitgleiche Ausbruch der Seuche in mehreren asiatischen Ländern Sorge. Mehr als eine Million Hühner starben in den letzten Wochen in Vietnam, Japan, Taiwan und Südkorea an der Tierseuche.

Die WHO untersucht derzeit das geografische Ausmaß der Pandemie. Sollte der Geflügelpest-Virus sich mit der gewöhnlichen Grippe verbinden, hätte das verheerende Auswirkungen, befürchtet die WHO. Auch die Lungenkrankheit SARS, so wird vermutet, verbreitete sich lange Zeit nur in Nagetieren, bevor sie nach mehreren Anläufen den Menschen befiel. Das Grippe-Virus gilt jedoch als besonders gefährlich, da es sich noch schneller ausbreiten könnte als SARS, so Glasmacher.

Die Vogelgrippe könne aber eingedämmt werden, sofern alle Tiere, die den Virus übertragen könnten, rasch getötet würden, hieß es von der WHO. Mittlerweile wurden mehrere Millionen Tiere in Vietnam not geschlachtet. Auch China verschärfte derweil die staatlichen Kontrollen.

Die Redaktion empfiehlt