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Musik

Das ESC-Finale ist komplett

Nun stehen alle Finalteilnehmer des Eurovision Song Contest am Samstag fest. 26 Länder werden gegeneinander antreten. Musikalisch gibt es keine großen Ausreißer, aber langweilig wird es nicht: Es gibt viele Favoriten.

Auch das zweite Halbfinale an diesem Donnerstag bot eine solide ESC-Show mit allem, was dazu gehört: Licht, Feuer Qualm. Zur Freude der ESC-Fans dominierten nicht nur die offenbar extra für den ESC komponierten schmachtenden, fett produzierten Bombastopopsongs.

Lettlands Justs überraschte zum Auftakt mit dem sehr elektronischen "Heartbeat". Obwohl er nicht jeden Ton traf, überzeugte der junge Sänger das Publikum. Polen schickte Michal Szpak mit der Ballade "Colour of your life" auf die Bühne. Ganz im Look eines 80er-Jahre-Schmusebarden zog er die Zuschauer auf seine Seite. Für Israel trat Hovi Star mit seiner verträumten Popballade "Made of Stars" an. Das Publikum honorierte vor allem seine gute Stimme. So kann er nun im Finale nach den Sternen greifen.

Für Serbien sang die junge Sanja Vucic mit gewaltiger Stimme, großen Gesten und ausdruckstarkem Gesicht die geigengetränkte Ballade "Goodbye". Verdient steht auch sie im Finale. Müsste aber etwas an ihrer Gesichtsmorphologie tun. Donny Montell aus Litauen sieht zwar so aus, als habe er noch nicht die Volljährigkeit erreicht, singt aber von heißen Partynächten auf der Suche nach der großen Liebe. Der fulminante Popsong schaffte es ebenfalls ins Finale.

Australien unter den Favoriten

Australien, zum zweiten Mal dabei, musste im Gegensatz zum letzten Jahr das ganze Spiel mitspielen - sich also auch im Halbfinale schlagen. Mit Erfolg. Wir sehen Dami Im mit ihrer grandiosen Stimme und einem grandiosen Bühnenbild am Samstag mit der Ballade "Sound of Silence wieder".

Dami Im (Foto: dpa)

Dami Im aus Australien: Jubel bei der zweiten ESC-Teilnehmerin ihres Landes

Poli Genova ist schon zum zweiten Mal beim ESC. Für Bulgarien sang sie die Vocalhouse-Nummer "If love was a Crime" und kam ebenfalls ins Finale. Nicht nur wegen ihrer voluminösen Stimme, wahrscheinlich auch wegen ihres voluminösen Dekolletés.

Gänsehaut bei Jamalas Auftritt

Jamala (Artikelbild) vertrat die Ukraine mit einem Song, der unter die Haut ging: "1944" öffnet ein dunkles Kapitel der ukrainischen Geschichte, als hunderttausende Tartaren von der Krim vertrieben wurden. Im Vorfeld es ESC war das Lied umstritten - der Verdacht lag nahe, dass Jamala damit eine politische Botschaft verbreiten wollte. Nach eingehender Prüfung des Textes war entschieden worden, dass das Lied nur zum Gedenken diene. Beim Halbfinale wurden sie und ihr Lied vom Publikum gefeiert. Im Finale können wir es nochmal hören.

Es bedarf nicht viel, um beim diesjährigen ESC aus der Rolle zu fallen. Man nehme eine Indie-Band, lässt sie eine ehrliche Rocknummer kratzen und begeistert damit das Publikum, das sich nach dem einheitlichen Popgewummer über einen Stilwechsel freuen konnte. Georgien hat's richtig gemacht. Die Young Georgian Lolitaz sind mit "Midnight Gold" im Finale.

Discofunk aus Belgien: "What's the Pressure" ist ein zeitlos schöner Song, gesungen von der sympathischen 19-jährigen Laura Tesoro. Die Zuschauer mochten auch diese völlig frei von Pathos vorgetragene Nummer und wählten den Song ins Finale.

Neben den zehn Gewinnern des ersten Halbfinales werden am Samstag auch die bereits gesetzten Kandidaten auf der Bühne stehen: die sogenannten Big Five - die wichtigsten Mitgliedsländer der EBU (European Broadcasting Union): Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien - und Deutschland mit Jamie Lee. Hinzu kommt der Vorjahressieger und Gastgeber Schweden.

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