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Politik

Bush droht Bin Laden

In einer kämpferischen Rede zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September hat US-Präsident Bush die Nation auf einen langen Krieg gegen den Terror eingeschworen. Bush wandte sich auch an den El-Kaida-Führer Bin Laden.

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George W. Bush bei seiner Fernsehansprache

Am Ende eines langen Tages mit tränenreichen Zeremonien, Gebeten und Kranzniederlegungen wandte sich Präsident George W. Bush am Abend in einer Fernsehansprache an die amerikanische Nation. Darin schlug Bush kämpferische und beschwörende Töne an. Die USA hätten die richtige Lehre aus dem 11. September gezogen und den Kampf gegen die Terroristen an einer globalen Front aufgenommen.

Bush will Bin Laden und "andere Feinde" jagen

"Amerika hat diesen Krieg nicht gewollt. Und jeder Amerikaner, auch ich, wünscht sich, er wäre vorüber. Aber er ist nicht vorüber", sagte Bush. "Und zwar so lange nicht, bis entweder wir oder die Extremisten siegreich aus ihm hervorgehen. Wenn wir unseren Feind jetzt nicht schlagen, werden unsere Kinder einem Nahen Osten ausgesetzt sein, den die Terroristen überrannt haben und der von radikalen Diktatoren mit Atomwaffen beherrscht wird. Wir befinden uns in einem Krieg, der den Lauf dieses neuen Jahrhunderts bestimmen wird und das Schicksal von Millionen von Menschen auf dieser Welt."

In der im Oval Office aufgezeichneten und zur besten Sendezeit ausgestrahlten Fernsehansprache wandte sich Bush direkt an den El-Kaida-Führer Osama bin Laden: "Amerika wird dich finden, und wir werden dich der Gerechtigkeit zuführen." Die USA würden nicht aufgeben, den Extremistenführer und "andere Feinde" zu jagen. Von bin Laden fehlt jede Spur. Sein Stellvertreter Aiman El Sawahiri hatte in einer Videobotschaft zum 11. September mit neuen Anschlägen gedroht.

"Kampf für eine zivilisierte Welt"

Bush verteidigte noch einmal den Krieg gegen den Irak, dessen Diktator Saddam Hussein nach den Anschlägen des 11.Septembers ein nicht zu tolerierendes Risiko für die USA dargestellt habe. Er appellierte an das Durchhaltevermögen der US-Nation, deren eigene Sicherheit in den Straßen von Bagdad auf dem Spiel stehe. Die weltweite Auseinandersetzung mit Terroristen und Extremisten ist für Bush von entscheidender Bedeutung für die freie Welt: "Dieser Kampf ist als der Zusammenstoß der Zivilisationen beschrieben worden. In Wirklichkeit ist es der Kampf für eine zivilisierte Welt." Auf dem Spiel stehe nicht nur die Lebensweise freier Gesellschaften, sondern auch die Möglichkeit , dass "anständige" Menschen überall im Nahen Osten Gesellschaften auf den Prinzipien von Freiheit und Toleranz errichten könnten.

"Fruchtbarer Garten der Freiheit"

Bush kündigte eine Fortsetzung des amerikanischen Engagements zur Neuausrichtung der Region an. "Am Beginn dieses noch jungen Jahrhunderts sieht Amerika dem Tag entgegen, da die Völker des Nahen Osten die Wüste des Despotismus hinter sich lassen und den fruchtbaren Garten der Freiheit erreichen", sagte er. "Dann werden sie den ihnen zustehenden Platz in einer Welt von Freiheit und Wohlstand einnehmen."

Bevor sich der US-Präsident in seiner Fernsehansprache an die Nation wandte, hatte er am "Ground Zero" in New York, in Shanksville, Pennsylvania, und am Pentagon Kränze für die Opfer der Terroranschläge niedergelegt. Am "Ground Zero" hatten Angehörige der Toten über vier Stunden lang die Namen der 2749 Opfer verlesen und Blumen an der Stelle niedergelegt, wo vor fünf Jahren zwei der insgesamt vier von Terroristen entführten Flugzeuge die Zwillingstürme des World Trade Centers zum Einsturz brachten.

Am Abend erstrahlten die Türme des World Trade Centers dann noch einmal für kurze Zeit als Lichtkegel symbolisch am Himmel über New York.

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  • Datum 12.09.2006
  • Autorin/Autor Daniel Scheschkewitz, Washington (stu)
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  • Permalink http://p.dw.com/p/96jh
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