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Wirtschaft

Becks und Bud aus einem Fass

Elefantenhochzeit auf dem internationalem Biermarkt: Der belgisch-brasilianische Braukonzern InBev übernimmt den US-Konkurrenten Anheuser-Busch und steigt zum Weltmarktführer auf.

Stammhaus der US-Brauerei Anheuser-Busch in St. Louis (Foto: AP)

Stammhaus der US-Brauerei Anheuser-Busch in St. Louis

Das Anheuser-Management hat nach Angaben beider Unternehmen von Montag (14.7.2008) einem verbesserten Kaufangebot von 70 Dollar je Aktie zugestimmt. Das entspricht einem Gesamtkaufpreis von etwa 52 Milliarden Dollar - rund 32,7 Milliarden Euro. Mitte Juni hatte die größte US-Brauerei eine erste Kaufofferte von InBev über rund 46 Milliarden Dollar als zu niedrig abgelehnt. InBev hatte daraufhin zwischenzeitlich mit einer feindlichen Übernahme gedroht.

Größte Übernahme auf dem weltweiten Biermarkt

Becks ist eine der bekanntesten Marken von Inbev: Ein Mann trinkt eine Flasche Becks Gold (Foto: AP)

Becks ist eine der bekanntesten Marken von Inbev

Die Übernahme ist die bislang größte in der von einer Konsolidierungswelle geprägten internationalen Brauereibranche. InBev, das in Deutschland neben Becks-Bier unter anderem auch die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Diebels vertreibt, löst durch den Zusammenschluss SAB-Miller aus Großbritannien als globalen Marktführer ab.

Gründung deutscher Einwanderer

Der US-Traditionskonzern Anheuser-Busch, 1870 von den deutschen Einwanderern Eberhard Anheuser und Adolphus Busch in St. Louis im Bundesstaat Missouri gegründet, beherrscht vor allem mit seinen Marken Budweiser und Buds light rund die Hälfte des Biermarktes in den Vereinigten Staaten.

Im Jahr 2006 gehörte der Brauriese zu den Hauptsponsoren der Fußall-Weltmeisterschaft in Deutschland. Anheuser-Busch ist zudem mit 50 Prozent am mexikanischen Corona-Brauer Grupo Modelo beteiligt. Die Familie der Firmengründer besitzt nur noch einen geringen Anteil an dem Unternehmen.

InBev entstand 2004 aus der Fusion der belgischen Interbrew mit dem brasilianischen Getränkekonzern AmBev. Die neue Nummer Eins auf dem Bier-Weltmarkt wird einen Jahresumsatz von etwa 36 Milliarden Dollar aufweisen. 2007 hatten Inbev und Anheuser-Busch zusammengerechnet 460 Millionen Hektoliter Bier gebraut.

Zustimmung der Kartellbehörden erwartet

Durch die Fusion rechnen beide Unternehmen bis 2011 mit Einspareffekten von mindestens 1,5 Milliarden Dollar. Der neue Konzern soll "Anheuser-Busch InBev" heißen und von InBev-Chef Carlos Brito geführt werden. Im Vorstand sollen auch zwei Anheuser-Manager sitzen. Es wird erwartet, dass die Wettbewerbsbehörden dem drittgrößten Kauf eines US-Konzerns durch ein ausländisches Unternehmen zustimmen werden.

In Teilen der Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten hatte das Kaufangebot von InBev Empörung Kritik ausgelöst. Politiker und Gewerkschafter hatten den Plan der Belgier massiv kritisiert. InBev hatte daraufhin zugesichert, im Falle einer Übernahme keine Brauereien in den USA zu schließen. (wl)

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