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Aktuell Asien

13 Tote bei Angriff auf Polizei in der Uiguren-Provinz Xinjiang

Chinas Behörden melden einen weiteren spektakulären Überfall aus der von Muslimen dominierten Unruheprovinz Xinjiang. Die Attentäter haben demnach mit einem Fahrzeug voller Sprengstoff ein Polizeigebäude gerammt.

Bei einem "Bombenanschlag" in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas seien mindestens 13 der Angreifer getötet worden, berichtete zum Beispiel die Staatsagentur Xinhua. Drei Polizisten seien verletzt worden. Eine Gruppe von - so wörtlich - "Gangstern" habe versucht, das Polizeigebäude des Bezirks Yecheng mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug zu rammen.

Auf der Internetseite der Regionalregierung hieß es, die Attentäter seien mit einem oder mehreren Fahrzeugen in das Polizeihauptquartier der Präfekur Kashgar in Kargilik gerast und hätten dort Explosionen ausgelöst. Die Polizei habe die 13 "Verbrecher" erschossen.

Es war der jüngste einer Serie von Angriffen, die auf wachsende Spannungen in der Provinz hindeuten. Für besonderes Aufsehen hatten dabei bisher vor allem Gewaltakte mit Messern gesorgt, bei denen es zahlreiche Opfer unter Zivilisten gegeben hatte.

In Xinjiang leben mehrheitlich Muslime. Die Provinz gilt neben Tibet als der größte Krisenherd des Vielvölkerstaats China. Seit dem Beginn der chinesischen Herrschaft im 19. Jahrhundert begehrten die muslimischen Uiguren immer wieder gegen Peking auf. Die Minderheit sieht sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen zunehmend an den Rand gedrängt.

Erst im April waren bei einem Anschlag auf einem Bahnhof in Urumqi zwei Attentäter und ein Zivilist getötet sowie 79 weitere Menschen verletzt worden. Im März waren bei einem Angriff im Bahnhof von Kunming im Südwesten Chinas mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 130 weitere verletzt worden, als mit Messern bewaffnete Männer in die Bahnhofshalle stürmten und Passanten niederstachen.

Peking macht für die Anschlagsserie Separatisten verantwortlich. In den Staatsmedien wird immer wieder zum "Krieg gegen den Terror" in den Muslim-Regionen aufgerufen. Immer wieder wird von aufgedeckten "Terrorzellen" berichtet, beschuldigte Uiguren werden in regelrechten Schauprozessen öffentlich abgeurteilt.

SC/uh (afp, APE, dpa)