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Relegation

Wolfsburg: Nach der Rettung der Umbruch

Bundesligist VfL Wolfsburg hat den Abstieg in die 2. Liga gerade noch abgewendet. Nach überstandener Relegation will der Werksklub jetzt die Weichen neu stellen, um auf die Erfolgsspur zurückzukehren.

Wolfsburgs Torjäger Mario Gomez und Trainer Andries Jonker freuen sich über den Klassenerhalt. Foto: Reuters

Geschafft! Wolfsburgs Torjäger Mario Gomez und Trainer Andries Jonker freuen sich über den Klassenerhalt

Die Freude wehrte nur wenige Augenblicke. Kurz nachdem Schiedsrichter Tobias Stieler das Relegations-Rückspiel zwischen Eintracht Braunschweig und dem VfL Wolfsburg abgepfiffen hatte, hatten einige Eintracht-Anhänger ihre Nerven nicht mehr im Griff. Sie stürmten den Platz und vermiesten den Wolfsburgern ihren Triumph. Der VfL hatte sich wie bereits im Hinspiel mit 1:0 durchgesetzt und verhinderte mit dem erneuten Erfolg den Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga, was für überschäumenden Ärger bei einigen Braunschweiger Chaoten sorgte. 

Anders als im Hinspiel vier Tage zuvor - als den "Wölfen" ein unberechtigter Handelfmeter zugesprochen worden war, profitierte der Werksklub in dieser Begegnung aber nicht von einer Fehlentscheidung. Vielmehr erzielte Vieirinha nach 49 Minuten  ein reguläres und vorentscheidendes Tor per Distanzschuss. Im Anschluss war die Moral der in beiden Partien wacker kämpfenden, aber in der Offensive viel zu harmlosen Braunschweiger gebrochen.

Letzte Ausfahrt genommen

"Das war die Mentalität, das war die Mentalität", brüllten die Wolfsburger Spieler, als sie sich in die Katakomben des Braunschweiger Stadions gerettet hatten und zum Feiern direkt in ihre Umkleidekabine liefen. Jeweils ein Kurztrainingslager und die Hilfe von Sportpsychologe Andreas Marlovits, der unmittelbar vor beiden Partien zu den Spielern sprach, hatten dazu beigetragen, dass die Wolfsburger "die letzte Ausfahrt gerade noch genommen haben", wie es Sportdirektor Olaf Rebbe formulierte. "Wir haben das erreicht, was wir erreichen wollten."

Wolfsburgs Vierinha bejubelt sein Siegtor in Braunschweig. Foto: Reuters

Mit seinem Siegtor in Braunschweig erlöste Vierinha (2.v.l.) die "Wölfe"

Der VfL ist dem Abstieg um Haaresbreite entgangen. Ein "Weiter so!" dürfte es in der kommenden Saison allerdings nicht geben. Bereits im Februar war in die Öffentlichkeit durchgedrungen, dass Volkswagen die Zuwendungen für die Fußball-Tochter VfL Wolfsburg um rund 20 Prozent kürzen will. Hintergrund soll die Krise des VW-Konzerns sein. Der Skandal um manipulierte Abgaswerte kostet das Unternehmen schließlich Milliarden.

Teure Spieler könnten Verein verlassen

Bislang hatte der Automobilkonzern der VfL Wolfsburg Fußball GmbH rund 100 Millionen Euro jährlich zukommen lassen. Der Gesamtetat dürfte bei rund 150 Millionen Euro liegen. Genaue Angaben macht der Konzern aber nicht über sein Investment. Auch wenn die Zuwendungen künftig noch immer üppig ausfallen, dürfte sich ein Paradigmenwechsel beim VfL ergeben. Teure Stars wie Luiz Gustavo, Ricardo Rodriguez oder auch Nationalstürmer Mario Gomez könnten den Verein verlassen, um Kosten einzusparen. "Ich glaube, jeder einzelne Spieler wird hier hinterfragt", sagte Gomez am späten Montagabend. "Wir sprechen mit ihm. Heute habe ich aber noch keine Antwort", sagte Jonker, angesprochen auf die weitere Zukunft des Angreifers beim VfL.

Neues Personal auf der Führungsebene?

Wolfsburgs Trainer Andries Jonker. Foto: dpa-pa

Trainer Andries Jonker bleibt

Zudem soll künftig nur noch ein Betrag von rund 15 Millionen Euro für Ablösesummen investiert werden. Ex-Manager Klaus Allofs hatte noch vor zwei Jahren Spieler wie André Schürrle (32 Millionen Euro) oder auch Julian Draxler (36 Millionen Euro) für deutlich mehr Geld verpflichtet.

Auch in Personalfragen in der Führungsetage werden in den nächsten Tagen die Weichen neu gestellt. Einzig Trainer Jonkers Position scheint gesichert zu sein. "Ich habe mich mit dem Klub darauf geeinigt, dass ich weiterhin Trainer sein werde", sagte der Niederländer.

Doch auf anderen Ebenen scheinen sich Veränderungen zu ergeben. Im Gespräch ist etwa die Position eines Geschäftsführers Sport, der dem Sportdirektor Rebbe vorgesetzt sein soll.

Zügige Entscheidungen

Ab Dienstagvormittag haben sich die Wolfsburger Gremien verabredet, um die Weichen für die neue Erstligasaison zu stellen. Die Zeit drängt für den Klub. Der große Umbruch soll in den nächsten Tagen bereits beschlossene Sache sein, denn ab Anfang Juli beginnt bereits die Vorbereitung auf die neue Saison in der 1. Bundesliga. 

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