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Nahost

Wieder Tote im Gazastreifen

In ihrer seit vier Tagen andauernden Offensive im nördlichen Gazastreifen haben die israelischen Streitkräfte in der Nacht zum Samstag rund ein Dutzend Luftangriffe geflogen. Dabei kamen erneut Menschen ums Leben.

ein weinender Palästinenserjunge

Angst und Trauer in den Palästinensergebieten

Israelische Kampffahrzeuge auf einer Straße

Israelische Bulldozer und Kampffahrzeuge auf dem Rückweg nach Israel

Beim Beschuss eines mit Hamas-Aktivisten besetzten Autos wurde ein Raketenbauer der militanten Gruppe getötet. Zwei weitere Kämpfer wurden nach Hamas-Angaben schwer verletzt. Drei Hamas-Aktivisten wurden nach palästinensischen Angaben bei weiteren Gefechten und Angriffen getötet. Eine Gruppe von Hamas-Kämpfern griff nach Angaben der Organisation einen Posten der israelischen Truppen mit Sprengsätzen und Raketen an. Beim Einsturz seines von einem Panzergeschoss getroffenen Hauses kam ein Zivilist ums Leben.

Am Samstag (4.11.) wurden zwei weitere Kämpfer der radikal-islamischen Hamas getötet. Augenzeugen berichteten, die beiden Männer seien im Flüchtlingslager Dschabalia von einer Rakete getroffen worden, als sie ihrerseits eine Rakete auf Israel abschießen wollten. Damit stieg die Zahl der bei dem israelischen Militäreinsatz seit Mittwoch getöteten Palästinenser nach Behördenangaben aus Gaza auf 44 Menschen, mehr als 200 sollen verletzt worden sein. Auch ein israelischer Soldat wurde getötet.

Planierraupen in Beit Hanun

In der Nähe der Moschee von Beit Hanun, aus der israelische Truppen am Freitag (3.11.) Hamas-Kämpfer vertrieben hatten, zerstörten Planierraupen der Streitkräfte mehrere Häuser. Augenzeugen sagten, die Bewohner seien zuvor nicht gewarnt worden. Die israelischen Streitkräfte nahmen dazu keine Stellung, berichteten aber von der Sprengung dreier Gebäude, die als Waffenlager gedient hätten. Die Bevölkerung sei in Lautsprecherdurchsagen von der Sprengung in Kenntnis gesetzt worden.

Krankenwagen in Beit Hanun

Krankenwagen in Beit Hanun

Ebenfalls über Lautsprecher gaben die Truppen am Samstag Frauen die Erlaubnis, für zwei Stunden ihre Häuser zu verlassen, um notwendige Einkäufe zu erledigen. Die meisten Geschäfte waren laut Augenzeugenberichten aber geschlossen. In Beit Hanun waren am Freitag auch zwei palästinenscieh Frauen von den Israelis erschossen worden.

Palästinenser rufen UN-Sicherheitsrat zum Eingreifen auf

Angesichts der eskalierenden Gewalt forderten die Palästinenser ein internationales Einschreiten gegen die israelische Militäroffensive. Der palästinensische Beobachter bei den Vereinten Nationen, Rijad Mansur, erklärte am Freitag, er habe Briefe an den Sicherheitsrat, UN-Generalsekretär Kofi Annan und den Präsidenten der Vollversammlung geschrieben. Darin habe er sie aufgefordert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Aggression zu beenden und Israel zu drängen, seine Truppen aus dem Gazastreifen abzuziehen, sagte Mansur. Die internationale Gemeinschaft müsse entschlossen handeln.

Annan zeigte sich besorgt angesichts der vielen Toten und forderte Israel zur Zurückhaltung auf. Anhaltende Gewalt erschwere die Suche nach einem gerechten und dauerhaften Frieden in der Region, erklärte er nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric. (je)

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