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Nahost

Gespannte Lage im Gazastreifen nach Angriff auf Moschee

Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat am Freitag Israel besucht. Während er mit seinem israelischen Amtskollegen über die deutsche Beteiligung an der UNIFIL-Mission sprach, eskalierte die Lage in Gaza weiter.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung steigt auf dem Flughafen von Tel Aviv aus dem Airbus A310 der Luftwaffe

Verteidigungsminister Jung war zu politischen Gesprächen im Libanon und reiste von dort aus weiter nach Israel

Nur wenige Stunden war Verteidigungsminister Franz-Josef Jung in Israel. In Tel Aviv traf er am Freitag (3.11.) zu einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Amir Perez zusammen, um mit ihm über die deutsche Beteiligung an der UNIFIL-Mission im Libanon zu sprechen. Die deutsche Marine hat das Kommando über die internationalen Seestreitkräfte, die Waffenlieferungen an die Hisbollah über das Meer verhindern sollen.

Vor seinem Gespräch mit Perez unterstrich Jung den Wunsch der Bundesregierung, mit dem Einsatz deutscher Soldaten zu einer friedlichen Entwicklung in der Region beizutragen. "Unser Wunsch ist es, dass dieser Einsatz mit eine Voraussetzung ist, um zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Das bedeutet, dass das Existenzrecht des Staates Israel hier selbstverständlich tatkräftig unterstützt wird, dass die Souveränität des Libanons beachtet wird und dass sich hoffentlich eine bessere Position entwickelt im Hinblick auf das Verhältnis der Palästinenser zu Israel in der Umsetzung der Roadmap."

Beit Hanun von israelischer Armee besetzt

Ein zerstörtes Auto

In diesem Auto kamen nach einem israelischen Angriff drei lokale Hamas-Mitglieder um

Während Jung in Tel Aviv mit seinem Amtskollegen konferierte, dauerten im Gazastreifen die heftigen Kämpfe zwischen israelischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern an. Die Stadt Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen ist vollständig von der Armee eingekreist und besetzt. 4000 Männer und minderjährige Jungen wurden in einem Internierungslager in der Stadt eingepfercht, wo sie vom Geheimdienst vernommen werden sollen. Unter den Gefangenen ist auch ein gebürtiger Palästinenser mit deutschem Pass.

Rund 60 Bewaffnete hatten sich am Donnerstag (2.11.) in einer Moschee verschanzt. Die ganze Nacht über belagerte die Armee das Gebäude. In den Morgenstunden begann sie damit, die Wände einzureißen. Dabei stürzte das Dach ein. Ein Mann kam ums Leben. Die meisten dort verschanzten Männer konnten aber unverletzt entkommen. Sie nutzten eine Demonstration von Frauen vor der Moschee aus, um zu fliehen. Nach Augenzeugenberichten eröffnete die israelische Armee das Feuer auf die Demonstrantinnen.

Auch zwei Frauen unter den Toten

Eine Frau wurde sofort getötet, eine andere erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Einwohner Beit Hanuns berichteten, dass die Armee damit begonnen habe, mit Bulldozern Häuser einzureißen. Zahlreiche Gebäude seien bereits zerstört oder schwer beschädigt. Im israelischen Radio wurde der palästinensische Journalist Zafira Kahaluad interviewt. Er berichtete, dass die Lage in der Ortschaft dramatisch sei: "Das palästinensische Volk hat die Nase voll - von allem. Wir wollen eine Lösung, wir wollen essen, atmen, wir wollen Freiheit."

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