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Wirtschaft

Weltwirtschaft auf Erholungskurs

Die Weltwirtschaft erholt sich nach Angaben des Internationalen Währungsfonds' (IWF) in diesem Jahr noch kräftiger als erwartet. Die Eurozone bleibt jedoch hinter diesem Trend zurück.

Im Vordergrund das Logo des IWF, im Hintergrund ist auf dem Bild ein Stapel an Euroscheinen zu sehen (Bildmontage: DW)

Laut IWF erholt sich die Weltwirtschaft schneller als bisher gedacht

Der Internationale Währungsfonds hat am Donnerstag (08.07.2010) in Hongkong seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft nach oben korrigiert. Für das laufende Jahr sei nun ein Wachstum von etwa 4,5 Prozent zu erwarten, erklärten die Ökonomen des IWF. Bereits im April hatte er seine Schätzungen angehoben, zu Jahresbeginn lag der Wert noch bei 3,9 Prozent. Angetrieben werde das globale Wachstum vor allem von aufstrebenden asiatischen Wirtschaftsmächten wie China und Indien, aber auch von Brasilien, heißt es in dem jüngsten Wirtschaftsausblick der Finanzorganisation.

USA - Washington DC: Flaggen aller Mitgliedsstaaten des Internationalen Waehrungsfonds im Buerogebaeude der Weltbank

Zentrale des IWF in Washington D.C.

Weniger vielversprechend entwickelt sich dagegen die Eurozone. Die Beinahepleite von Griechenland und die wirtschaftlichen Turbulenzen in vielen Staaten Europas haben anscheinend nicht nur den Euro in Mitleidenschaft gezogen. Entgegen dem weltweiten Trend haben die IWF-Ökonomen ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone für 2011 gesenkt. Aufgrund der Schuldenkrise in Europa seien die Konjunkturrisiken "stark gestiegen", erklärte ein IWF-Sprecher. Ob die Wachstumserwartungen erreicht werden könnten, hänge davon ab, ob die Stabilisierung gelinge und das Vertrauen der Verbraucher in die Banken rasch wieder hergestellt werden könne. Die Turbulenzen hätten das Vertrauen der Märkte in eine nachhaltige Erholung jedoch sinken lassen. Die IWF-Volkswirte rechnen für 2011 nun noch mit einem Wachstum in der Eurozone von 1,3 Prozent statt der bisher prognostizierten 1,5 Prozent. Die Erwartungen für dieses Jahr ließ der Währungsfonds dagegen unverändert bei 1,0 Prozent.

Für Deutschland zeichnet der IWF ein gemischtes Bild: Der Konjunkturauftrieb werde in diesem Jahr bei 1,4 Prozent liegen und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als zuvor prognostiziert. Für 2011 sehen die IWF-Ökonomen in ihrem Wirtschaftausblick für Deutschland allerdings ein geringfügig nach unten korrigiertes Wachstum von 1,6 Prozent voraus. Zum Vergleich: Für Asien hob der Fonds die Prognose von 7 Prozent im April auf jetzt 7,5 Prozent an und für die USA von 2,7 Prozent auf 3,3 Prozent.

Droht in China der Zusammenbruch des Immobilienmarktes?

Ohnehin interessieren an den Finanzplätzen in Asien derzeit weniger die finanzpolitischen Turbulenzen Europas. Diskutiert wird eher über den chinesischen Immobilienmarkt. In China beginnt nach Einschätzung des früheren IWF-Chefökonomen Kenneth Rogoff der Zusammenbruch des Immobilienmarktes. Der startende Kollaps werde den Banken zu schaffen machen, erklärte der Harvard-Professor. Die Befürchtungen lasteten bereits in den vergangenen Tagen auf den Aktienmärkten in Fernost. Kenneth Rogoff ist einer der weltweit führenden Ökonomen. Anfang des Jahres war der Harvard-Professor noch für einen Vorstandsposten in der US-Notenbank Federal Reserve im Gespräch.

Auch die Regierung in Peking erachtet den heiß gelaufenen Immobilienmarkt als eine der dringlichsten wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes. "Das Risiko einer Kettenreaktion bei Krediten im Immobilienbereich bedarf der Aufmerksamkeit", mahnte am Dienstag die Bankenaufsicht CBRC in ihrem Jahresbericht.

Autor: Marcus Bölz (apn, rtr, dpa)
Redaktion: Martin Schrader

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