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Politik

Weltwasserforum endet uneinig

Mit dem Appell für eine bessere Trinkwasserversorgung ist das Weltwasserforum in Istanbul zu Ende gegangen. Das geforderte Menschenrecht auf Wasser wurde nur in einem Alternativpapier beschlossen.

Gruppenfoto auf dem Weltwasserforum (Foto: AP)

Einigkeit nur für das Gruppenfoto: Teilnehmer in Istanbul

In der Abschlusserklärung am Sonntag (22.03.2009) in Istanbul hielten die Teilnehmer gemeinsame Anstrengungen zur Lösung von Konflikten um Wasser, gegen Überschwemmungen und Dürren sowie eine bessere Nutzung und Verteilung der wertvollen Ressource fest. Der türkische Umweltminister Veysel Eroglu bezeichnete die Erklärung als "wichtiges Dokument", das künftig als Richtschnur auf Regierungsebene dienen werde.

Alternatives Abschlusspapier

Das sehen beileibe nicht alle so: Frankreich, Spanien sowie Länder aus Afrika und Lateinamerika hatten sich während der einwöchigen Beratungen dafür eingesetzt, Wasser nicht nur als "menschliches Grundbedürfnis", sondern als Recht zu bezeichnen. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen waren insbesondere Brasilien, Ägypten und die USA dagegen. Um ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck zu bringen, unterzeichneten 20 Staaten ein eigenes Papier, in dem ein Grundrecht auf Wasser anerkannt wird. Dazu gehörten unter anderem Spanien, die Schweiz, Bangladesch und Südafrika.

Indischer Farmer auf ausgetrocknetem Boden (Foto: AP)

Dürre in Indien

Enttäuscht zeigten sich Kritiker darüber, dass die bereits vor drei Jahren beim Weltwasserforum in Mexiko geforderte Einigung auf ein Menschenrecht auf Wasser auch diesmal nicht zustande kam. Die offiziellen Erklärungen reichten nicht aus, um die drohende Krise bei der Versorgung mit Süßwasser abzuwenden."Die offizielle Abschlussdeklaration des Weltwasserforums ist größtenteils eine Ansammlung von unverbindlichen Plattitüden und nicht der dringend notwendige Aktionsplan", erklärte Martin Geiger, Wasserexperte der Umweltstiftung WWF Deutschland. Positiver Aspekt sei, dass sich einige Nationen schrittweise zur endgültigen Ratifizierung der UN-Konvention zu einem grenzübergreifenden Management von Wasservorkommen bekennen würden, erklärte WWF Deutschland.

Logo des 5. Weltwasserforums in Istanbul

Auf dem fünften Weltwasserforum mit dem Namen "Gräben überbrücken" war eine Woche lang über den Zugang zu sauberem Wasser, Wasserrechten und den Einsatz moderner Technologien beraten worden. Zu der Konferenz waren Vorsitzende internationaler Organisationen und Vertreter aus mehr als 100 Staaten angereist. Insgesamt gab es mehr als 20.000 Teilnehmer.

Initiator des Weltwasserforums ist der Weltwasserrat, dem Wissenschaftler, Organisationen und internationale Unternehmen angehören. Offiziellen Angaben zufolge haben weltweit rund 880 Millionen Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser oder verfügen über keine Abwasserentsorgung. Der Klimawandel und die wachsende Weltbevölkerung drohen die Probleme weiter zu verschärfen. (sas/sams/afpd/dpa)

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