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Politik

Weltwasserforum beginnt mit Protesten

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat internationale Anstrengungen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung gefordert. Dabei steht das Gastgeberland selbst für seine Wasser-Politik unter Beschuss.

Drei-Schluchten-Staudamm in China (Bild: AP)

Wasser: Ein kostbares Gut - auch in China

"Wir müssen verstehen, dass Wasser eine begrenzte Ressource ist", sagte Gül am Montag (16.03.2009) zum Auftakt des 5. Weltwasserforums vor Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern aus mehr als 100 Staaten in Istanbul. Bei dem weltweit größten Treffen beraten Experten über den Zugang zu sauberem Wasser, Wasserrechte und den Einsatz moderner Technologien.

Prinz Albert von Monaco, der türkische Präsident Abdullah Gül (r.) und der irakische Präsident Jalal Talabani auf der Eröffnungszeremonie (Foto: AP)

Prinz Albert von Monaco (M.), der türkische Präsident Abdullah Gül (r.) und der irakische Präsident Jalal Talabani auf der Eröffnungszeremonie

Derzeit hätten eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, sagte Gül. Angesichts dieser Lage "müssen wir alle zu Umweltschützern werden, egal welcher Ideologie wir anhängen". Nach einem UN-Bericht werden die Trinkwasservorräte der Erde durch das Bevölkerungswachstum, den Klimawandel, unverantwortliche Bewässerungstechniken und Verschwendung gefährdet. Wenn nichts getan werde, könnten eine "globale Wasser-Krise" sowie politische Instabilität die Folge sein.

Forum in der Kritik Unterdessen werfen Nichtregierungsorganisationen dem Staatspräsidenten vor, selbst verantwortungslos mit Wasser umzugehen. Auf dem Alternativ-Forum in Istanbul kritisieren Umweltgruppen, dass die von Gül geplanten Staudämme zur Bewässerung und Stromerzeugung neue Probleme schafften. Zehntausende Menschen würden aus ihrer Heimat vertrieben, Kulturschätze zerstört und ökologische Schäden angerichtet.

Demonstranten vor dem Weltwasserforum (Foto: AP)

Gegen die Demonstranten vor dem Weltwasserforum setzten Polizisten Knüppel und Tränengas ein

Bei Protesten gegen das Weltwasserforum nahm die Polizei am Montag 17 Demonstranten fest. Eine Gruppe habe versucht, zum Konferenzgelände zu gelangen, um gegen eine zunehmende Nutzung von Wasser als Wirtschaftsgut zu demonstrieren, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Diesjähriges Motto: "Gräben überbrücken"

Das diesjährige Weltwasserforum steht unter dem Motto "Gräben überbrücken". Die Veranstaltung ist eine Initiative des Weltwasserrates - einer überregionalen Organisation, der zahlreiche Ministerien und Institutionen aus aller Welt angehören. Das Forum findet alle drei Jahre statt.

Beim letzten Forum 2006 in Mexiko-Stadt ging es vor allem um die Frage, ob Wasser ein Wirtschaftsgut oder ob der Zugang zu Wasser ein Grundrecht sei. Die Teilnehmer hatten sich bis zum Schluss nicht auf eine Festlegung einigen können. (sas/wga/gri/afpd/dpa)

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