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Politik

Washington fordert Abschiebung Demjanjuks

Die US-Regierung hat sich in den Fall Demjanjuk eingeschaltet und fordert: Der mutmaßliche NS-Verbrecher soll nach Deutschland abgeschoben werden. Dort müsste er sich für den Tod von 29.000 Menschen verantworten.

Demjanjuk wird aus Haus getragen (Foto: picture alliance)

Bereits in der vergangenen Woche wurde Demjanjuk aus seinem Haus geholt

Das Tauziehen um die Abschiebung des 89-jährigen John Demjanjuks geht in eine neue Runde: Das US-Justizministerium forderte am Montag (20.04.2009), den alten Mann sofort abzuschieben. Das zuständige Berufungsgericht von Cincinnati solle seine Entscheidung zurücknehmen und dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher keinen Aufschub mehr gewährleisten, verlangte die US-Regierung.

Antrag abgelehnt

Die Erklärung des Justizministerium klingt sehr formell: Der Aufschub sei damit begründet worden, dass eine Entscheidung der Berufungskammer für Einwanderungsfragen noch ausstehe. Dort hatte Demjanjuk versucht, ein neues Einwanderungsverfahren gegen ihn eröffnen zu lassen. Doch die Berufungskammer hatte Demjanjuks Antrag bereits am vergangenen Donnerstag abgelehnt. Damit stehe jetzt rein rechtlich der Abschiebung Demjanjuks nichts mehr im Wege, betonte das US-Justizministerium.

Mord an 29.000 Menschen?

Demjanjuks Dienstausweis (Foto: dpa)

Der Dienstausweis von John Demjanjuk als KZ-Wächter

John Demjanjuk soll während des Zweiten Weltkrieges Aufseher im Vernichtungslager Sobibor gewesen sein. Ihm wird Beihilfe zum Mord in mehr als 29.000 Fällen vorgeworfen. In München soll sich der 89-Jährige vor Gericht verantworten. Bereits am vergangenen Dienstag war Demjanjuk deshalb aus seinem Haus abgeholt und zum Flughafen gebracht worden. Ein Gericht verhinderte die Auslieferung jedoch in allerletzter Minute - mit Hinweis auf den schlechten Gesundheitszustand Demjanjuks. (ako/kle/ap/afp)

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