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Bundeswehr

Von der Leyen gedenkt toter Soldaten in Mali

Die Verteidigungsministerin stärkt den deutschen Soldaten in Westafrika den Rücken. Nach dem Hubschrauberabsturz betont sie, der Einsatz dort sei eine der wichtigsten, aber auch gefährlichsten Missionen der Bundeswehr.

Die Bundesverteidigungsministerin äußerte sich bei einem Besuch in der Wüstenstadt Gao, wo im Camp Castor rund 800 deutsche Soldaten stationiert sind. Der deutsche Beitrag zur UN-geführten Mission MINUSMA sei unverzichtbar, sagte Ursula von der Leyen.

Gemeinsam mit etwa hundert Soldaten nahm die Ministerin an einem Feldgottesdienst teil, den Militärpfarrer Andreas Bronder (im Artikelbild rechts) leitete. Sie trug eine schwarze Trauerschleife und verlas gemeinsam mit dem Pfarrer die Fürbitten, die auch die Bitte um Trost für die Angehörigen der beiden getöteten Bundeswehr-Soldaten einschloss.

"Den Soldaten nahe sein"

Ihr sei es wichtig gewesen, den Soldaten nach dem Unglück am Mittwoch nahe zu sein, sagte von der Leyen. "Dieser Verlust wiegt schwer. Deshalb möchte ich heute den Tag hier im Kontingent verbringen um Raum und Zeit zu lassen für viele Gespräche", erklärte sie.

Mali Von der Leyen reist nach Mali und Niger (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Feldgottesdienst im Zeichen der Trauer

In Gao sprach die Ministerin auch mit dem Untersuchungsteam, das nach der Ursache für den Absturz des Kampfhubschraubers vom Typ Tiger sucht. "Es ist wichtig, dass wir mit der gebotenen Sorgfalt diese Absturzsursache aufklären", betonte von der Leyen, die anschließend nach Niger und in die malische Hauptstadt Bamako weiterreisen will.

Zweiter Flugschreiber gefunden

Experten sicherten inzwischen den zweiten Flugschreiber. Weil beide Geräte stark beschädigt sind, werden sie nach Deutschland gebracht. Dort soll versucht werden, die Daten doch noch auszulesen, wie von der Leyen weiter mitteilte. 

Kommandeur: "Unprofessionelle Spekulationen"

Der Kommandeur der umgekommenen Soldaten wies Mutmaßungen über mögliche Mängel beim Training der Piloten zurück. "Unsere Besatzungen sind gut ausgebildet, sie sind auf den Einsatz gut vorbereitet", sagte Thomas Blum.

"Und deswegen halte ich es auch für hochgradig unprofessionell, jetzt schon über Dinge zu spekulieren." Die Hitze in Mali sei zwar eine Herausforderung für den Flugbetrieb, so der Kommandeur. Doch die derzeitigen Temperaturen während der Regenzeit seien kein Problem für die Maschinen.

Seit Jahren ist kein Soldat der Bundeswehr mehr im Einsatz gestorben - am Mittwoch aber waren zwei Deutsche mit einem Hubschrauber abgestürzt und ums Leben gekommen. 

Am Samstagabend hatte von der Leyen die nach Deutschland übergeführten Leichen der Soldaten in Köln feierlich in Empfang genommen. Kurz darauf trat sie die Reise nach Mali an, die schon mehrere Wochen lang geplant gewesen war.

haz/jj/se (rtr, dpa, afp)