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Bundeswehr

Warum fiel der Tiger-Hubschrauber vom Himmel?

Am Tag eins nach dem Absturz eines Kampfhubschraubers der Bundeswehr in Mali sitzt der Schock tief. Experten sollen herausfinden, was wirklich geschah. Alle Tiger müssen vorerst am Boden bleiben.

Mali Bundeswehr Tiger Kampfhelikopter (picture-alliance/NurPhoto/M. Heine)

Kampfhelikopter vom Typ Tiger im Camp Castor in Mali (Archivbild)

Nach dem Tod zweier Bundeswehrsoldaten beim Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers im Norden Malis suchen Spezialisten nach der Ursache des Unglücks. Ein Expertenteam soll nach Angaben der Bundeswehr noch an diesem Donnerstag in der Stadt Gao eintreffen, um unter anderem den Flugschreiber auszuwerten. Alle Routineflüge der Tiger wurden bis auf weiteres ausgesetzt.

Der Kampfhubschrauber war am Mittwoch bei einem Einsatzflug 70 Kilometer nördlich von Gao abgestürzt und sofort ausgebrannt. Die zweiköpfige Besatzung - ein Pilot und ein Schütze - kam ums Leben. Es sind die ersten Todesfälle der Bundeswehr im Ausland seit 2015.

"Urplötzlich abgekippt"

Nach Einschätzung der UN-Mission MINUSMA in Mali deuten erste Erkenntnisse auf technisches Versagen hin. Der Pilot eines zweiten Tigers, der unmittelbar hinter der Unglücksmaschine flog, berichtete nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", der Helikopter sei "urplötzlich und ohne einen Notruf mit der Nase nach vorne abgekippt und dann sofort im Sturzflug zu Boden gegangen". Nach Angaben des Leiters der weltweiten UN-Friedenseinsätze, Jean-Pierre Lacroix, sollten die beiden Hubschrauber gewalttätige Zusammenstöße bewaffneter Gruppen aufklären.

Rainer Arnold SPD (picture-alliance/dpa/M.Kappeler)

"Bericht ohne Beschönigungen": Rainer Arnold (Archivbild)

In Deutschland wächst nach dem Absturz der Durck auf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). So verlangte der SPD-Wehrexperte Rainer Arnold, die Abgeordneten müssten einen "genauen, exakten Bericht ohne Beschönigungen erhalten, welcher Defekt da tatsächlich vorliegt und welche strukturellen Konsequenzen das möglicherweise hat". Arnold sprach sich für eine Sondersitzung des Bundestagsverteidigungssausschusses im September aus.

Ausnahmegenehmigung für afrikanische Hitze

Mit dem Tiger, der als pannenanfällig gilt, gab es immer wieder Probleme. Der Inspekteur des Heeres hatte für den Flug unter hohen Temperaturen eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Die bisherige Obergrenze von 43,26 Grad Celsius für den Start der Hubschrauber wurde für Mali um fünf Grad angehoben. Zuletzt fehlten aber auch Piloten, um das Gerät zu fliegen. Der "Expertiseverlust" werde zunehmend zu einem "flugsicherheitsrelevanten Thema", hieß es im Juni in einem internen Bericht des Kommandos Heer, aus dem der "Spiegel" zitiert.

Der Einsatz in Mali, wo insgesamt vier Tiger stationiert waren, gilt als gefährlichste Auslandsmission der Bundeswehr. Sie kann sich dort laut Bundestagsmandat mit bis zu 1000 Soldaten an der MINUSMA-Mission der Vereinten Nationen beteiligen, die Mali stabilisieren soll. Islamistische Rebellen und Gruppen wie Al-Kaida terrorisieren seit Jahren vor allem den Norden des Landes.

jj/uh (dpa, afp)

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