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Wirtschaft

Volkswagen: Ruhe - oder vor dem Sturm?

Nachdem der Machtkampf beim Autobauer Volkswagen zunächst entschärft ist, kreisen die Gerüchte nun um die Zukunft von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. VW-Chef Winterkorn hat sich erst mal krank gemeldet.

Bei Volkswagen ist man nach den heftigen Turbulenzen in der Führungsspitze um Ruhe im Konzern bemüht. In dieser Woche sei bislang keine Sondersitzung des wichtigen Aufsichtsrats-Präsidiums geplant, heißt es übereinstimmend aus Konzernkreisen sowie aus der niedersächsischen Landesregierung. Die nächste reguläre Sitzung des sechsköpfigen Gremiums ist am 4. Mai angesetzt, kurz vor der VW-Hauptversammlung, die einen Tag später in Hannover stattfinden soll. Es gibt allerdings Zweifel, ob es bei dieser Terminplanung bleibt: Das "Handelblatt" berichtet, die sechs Mitglieder des Aufsichtsrats-Präsidiums wollten "zeitnah" zu einem Gespräch zusammenkommen. Dabei wollten sie erneut über die Führungskrise beraten.

Wie gestärkt ist Winterkorn tatsächlich?

Das Aufsichtsrats-Präsidium ist ein zentrales Gremium bei Europas größtem Autokonzern. Nach einem Sondertreffen Ende vergangener Woche hatte das Präsidium VW-Vorstandschef Martin Winterkorn das Vertrauen ausgesprochen und angekündigt, sich für eine Verlängerung seines Ende 2016 auslaufenden Vertrags starkzumachen. Dies wurde als klare Niederlage für Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gewertet, der Winterkorn zuvor öffentlich infrage gestellt hatte. "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn", hatte Piëch zuvor dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" gesagt. Seit dem Ausbruch der Führungskrise am 10. April verlor die VW-Vorzugsaktie in der Spitze rund acht Prozent. Am Montag sackte sie weiter ab. Auch Unsicherheiten auf dem chinesischen Markt belasteten das Papier.

VW-Chef sagt Auftritt in Shanghai wegen Grippe ab

Mitglieder des Aufsichtsrats-Präsidiums sind neben Piëch auch Betriebsratschef Bernd Osterloh, dessen Vize Stephan Wolf, Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wolfgang Porsche. Die Familien Porsche und Piëch halten die Stimmenmehrheit an VW. Am Wochenende waren Spekulationen, nach seiner erfolglosen Attacke auf Vorstandschef Winterkorn müsse nun VW-Chefkontrolleur Piëch (78) um seinen Posten bangen, klar zurückgewiesen worden. Medien spekulierten, dass sich Piëch nun nicht bis 2017 auf dem Chefkontrolleursposten halten könne. Winterkorn (67) selbst hatte einen Auftritt auf der Automesse in Shanghai wegen eines grippalen Infekts abgesagt.

bru/hb (dpa, Reuters)

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