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Aktuell Asien

USA warnen Nordkorea vor Raketenstart

Die USA haben Nordkoreas geplanten Start einer Rakete mit einem Beobachtungssatelliten erneut scharf kritisiert. Das Regime in Pjöngjang ignoriert dies und provoziert weiter.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte nach einem Treffen mit ihrem japanischen Amtskollegen Koichiro Gemba in Washington, Nordkorea solle den Plan aufgeben, wenn es eine "friedliche, bessere Zukunft" anstrebe.

Ein solcher Raketenstart bedeute eine "direkte Bedrohung der regionalen Sicherheit" und wäre ein "ernster und klarer Verstoß" gegen geltende Resolutionen des Weltsicherheitsrats. Darüberhinaus stütze der Abschuss die Ansicht, dass Nordkoreas Führung verbesserte Beziehungen mit dem Rest der Welt "als eine Bedrohung ihres Systems betrachtet", fügte Clinton hinzu.

Auch der Kommandeur der US-Streitkräfte im Pazifikraum, Admiral Samuel Locklear, hat den Start als "hochgradig provokativ" bezeichnet.

Militärischer Test mit Atomsprengköpfen befürchtet

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Umstrittener Start: Nordkorea betankt Rakete

Zuvor hatte Russland scharfe Kritik geübt. Mit dem Start einer Interkontinentalrakete ignoriere Nordkorea schlichtweg die Resolutionen des Weltsicherheitsrates, hieß es seitens des russischen Außenministeriums. Moskau sei sehr besorgt über den Entschluss Pjöngjangs und hoffe, dass die komplexe Situation mit politischen und diplomatischen Mitteln gelöst werden könne.

Nordkoreas Nachbarländer und die USA vermuten, dass die kommunistische Führung in Pjöngjang den Satellitenstart nur als Vorwand nehmen will, um eine Interkontinentalrakete zu testen, mit der auch Atomsprengköpfe transportiert werden könnten. Nach nordkoreanischen Angaben soll die Rakete "Unha-3" zwischen Donnerstag und kommendem Montag jedoch lediglich einen Satelliten zur Erdbeobachtung ins All bringen. Das Betanken des Flugkörpers laufe, sagte der Chef des nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums, Paek Chang Ho.

Rakete wird betankt

Nordkoreanische Rakete Unha-3 auf dem Startgelände von Tongchang-ri (Foto: Kyodo)

Nordkoreanische Rakete Unha-3 auf dem Startgelände von Tongchang-ri im Nordwesten des Landes

Der Termin richtet sich nach dem 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung. Nach offizieller Darstellung soll der Satellit zu zivilen Zwecken Daten von Wäldern und den natürlichen Ressourcen in Nordkorea sammeln.

Pjöngjang hatte jeweils wenige Monate vor den Atomwaffentests 2006 und 2009 Langstreckenraketen getestet. In Südkorea, das nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 formal noch im Kriegszustand mit dem kommunistischen Norden ist, wird bereits vermutet, dass neben dem Raketentest ein dritter Atomtest in Vorbereitung ist.

Kim Jong Un zum ersten Sekretär ernannt

Unterdessen wurde Kim Jong Un zum ersten Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei und damit praktisch zum Parteichef ernannt. Sein Vater und Vorgänger Kim Jong Il wurde posthum bei einem Sondertreffen der Partei zum "ewigen Generalsekretär" ernannt, wie die staatlichen Medien berichteten. Kim Jong Il war im Dezember gestorben.

Darüber hinaus wurde Kim Jong-Gak zum neuen Verteidigungsminister. Er tritt damit an die Stelle des 75-jährigen Kim Yong-Chun, der seit 1956 beim Militär war. Kim Jong-Gak war bislang erster Vize-Direktor des "Allgemeinen Politbüros der Koreanischen Volksarmee" (KVA).

GD/nis (dpa, dapd, afp, rtr)

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