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Aktuell Asien

Russland verurteilt Raketenstart in Nordkorea

Der neue nordkoreanische Raketenabschuss wäre ein Verstoß gegen eine entsprechende UN-Resolution, erklärte das Außenministerium in Moskau. Auch die USA sind sehr beunruhigt.

Mit dem Start einer Interkontinentalrakete ignoriere Nordkorea schlichtweg die Resolutionen des Weltsicherheitsrates. Mit diesen Worten hat Russland die nordkoreanischen Pläne aufs Schärfste verurteilt. Moskau sei sehr besorgt über den Entschluss Pjöngjangs, wie die Nachrichtenagentur Interfax mitteilte unter Berufung auf das Außenministerium. Man hoffe, so das Ministerium in der Stellungnahme, dass die komplexe Situation mit politischen und diplomatischen Mitteln gelöst werden könne.

Washington "sehr besorgt"

Auch die Vereinigten Staaten haben das kommunistische Nordkorea eindringlich zum Verzicht auf weitere Raketen- oder Atomtests aufgefordert. "Unsere Position bleibt: Tut das nicht!", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Ein Raketenstart wäre "höchst provokativ" und würde "eine Bedrohung für die regionale Sicherheit" darstellen. Ein dritter Atomtest "wäre genauso schlimm, wenn nicht gar schlimmer". Die Außenamtssprecherin rief China als vermeintlich Verbündeten des weitgehend abgeschotteten Landes auf, mehr Einfluss auf die Führung in Pjöngjang auszuüben, um eine "Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" zu erreichen.

Unter Berufung auf Geheimdienstkreise hatte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zuvor gemeldet, die Vorbereitungen für einen dritten Atomtest Nordkoreas seien auf Satellitenaufnahmen zu erkennen. Ein Tunnel für den Test werde in der nordöstlichen Stadt Punggye Ri angelegt, neben den Schächten für die Versuche der Jahre 2006 und 2009.

Satellit oder Sprengkopf?

Mit seiner Rakete "Unha-3" (im Bild links) will Nordkorea nach eigener Darstellung in Kürze einen Wettersatelliten ins All bringen. Die USA und auch Südkorea befürchten allerdings, dass es sich um den verkappten Test einer Interkontinental-Rakete handelt, die auch einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Die "Unha-3" kann angeblich Alaska und damit das US-Festland erreichen. Japan hat seine Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt, um die nordkoreanische Rakete notfalls abschießen zu können. Vorgesehen ist der Start zwischen dem 12. und dem 16. April.

Angesichts des Raketenstarts teilten mehrere asiatische Fluggesellschaften mit, ihre Flugrouten in der Region vorübergehend zu ändern. Rund ein Dutzend Flüge aus den USA, Japan und Südkorea würden an dem erwarteten Weg der Rakete vorbei gelenkt, erklärte Philippine Airlines. Japan Airlines und All Nippon Airways gaben bekannt, die Routen von Flügen zwischen Tokio, Manila, Jakarta und Singapur zu verlegen.

wa/nis/se (rtr, dapd, dpa)