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Aktuell Welt

Nordkorea testet Kurzstreckenraketen

Vor dem für Mitte April geplanten Start einer Langstreckenrakete hat Nordkorea mit dem Test zweier Kurzstreckenraketen für neue Spannungen gesorgt. Japan und Südkorea wappnen sich gegen eine mögliche Bedrohung.

Ungeachtet des im Februar mit den USA geschlossenen Abkommens, in dem sich Nordkorea im Gegenzug für Lebensmittelhilfe unter anderem zum Verzicht auf Raketentests verpflichtete, treibt die kommunistische Führung ihre Vorbereitungen voran. Laut Medienberichten wurden jetzt an der Westküste des abgeschotteten Landes zwei Raketen mit kurzer Reichweite abgefeuert.

Es habe sich um zwei "Boden-Schiff-Raketen" vom Typ KN-01 mit einer Reichweite von 120 Kilometern gehandelt, meldete Südkoreas Rundfunksender KBS unter Berufung auf die Streitkräfte. Nordkorea wolle mit den Versuchen anscheinend die Leistung dieses Typs steigern. Der Test könne auch als Protest der Führung in Pjöngjang gegen die Verlegung weiterer Kriegsschiffe der südkoreanischen und amerikanischen Marine im Gelben Meer interpretiert werden, mutmaßte ein ranghoher südkoreanischer Militär.

Tokio: "Rakete zerstören"

Japan reagiert mit einem Abschussbefehl auf den für April angekündigten Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete. Verteidigungsminister Naoki Tanaka wies heute nach eigenen Angaben die Armee an, die Rakete zu zerstören, falls sie japanisches Territorium überfliegen sollte. Zuvor hatte das Kabinett von Regierungschef Yoshihiko Noda der Entscheidung zugestimmt. Anfang der Woche hatte Tanaka bereits japanische Abwehrraketen in Stellung bringen lassen. Auch Südkorea drohte mit einem Abschuss der Rakete.

Nordkorea will zwischen dem 14. und 16. April zu Ehren des einhundertsten Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung die Rakete mit langer Reichweite in den Weltraum schießen. Nach offizieller Darstellung soll sie einen zivilen Satelliten zur Überprüfung der landwirtschaftlichen Erträge transportieren.

Treibstoffbehälter wird bereits aufgetankt

Der private US-Fotodienst DigitalGlobe veröffentlichte im Internet neue Satellitenbilder, die Arbeiten an der Abschussrampe im Nordwesten Nordkoreas zeigen. Nach Einschätzung von Experten der Johns Hopkins Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland kommen die Vorbereitungen planmäßig voran. Die japanische Zeitung "Tokyo Shimbun" schreibt, es sei bereits mit dem Auftanken des Treibstoffbehälters der Rakete begonnen worden.

International lösten die Nachrichten Besorgnis und Kritik aus. Der Westen vermutet einen verdeckten Test einer militärischen Rakete mit großer Reichweite, die einen Atomsprengkopf tragen könnte. Der UN-Sicherheitsrat hat Pjöngjang jede Art von Raketenversuchen untersagt. Die USA nahmen inzwischen ihre Zusage für Lebensmittellieferungen an die hungernde Bevölkerung des isolierten Landes wieder zurück.

se/kle (rtr, dpa, afp, dapd)

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