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Unser Gast vom 05.07.2009 Jochen Alexander Freydank, Regisseur und Oscar-Gewinner

Moderator Hajo Schumacher spricht mit Jochen Alexander Freydank über Zelluloid, Zivilcourage und die Zweite Fußball-Bundesliga.

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Jochen Alexander Freydank ist ein echter Autodidakt. Das Filmhandwerk lernte er in der Praxis, eine Filmhochschule hat er nie besucht. Doch erreichte er, wovon Filmschaffende in aller Welt träumen: Er gewann einen Oscar.

Fünfmal hatte er sich vergeblich an den Filmhochschulen in Berlin und Potsdam beworben. Schließlich gründete er eine eigene Produktionsfirma, um seine Filmprojekte zu realisieren. Für seine Ausdauer wurde der 41-jährige mit dem Oscar reich belohnt. Den bekam Jochen Alexander Freydank für seinen Kurzfilm "Spielzeugland". Ein Film über Zivilcourage im Deutschland der Nazi-Zeit, der erzählt, wie eine junge Mutter den jüdischen Freund und Spielkameraden ihres kleinen Sohnes vor dem Konzentrationslager rettet. Lange hat der Regisseur auch für dieses Projekt und die nötige Finanzierung kämpfen müssen. Nach dem Riesenerfolg in Hollywood kann Jochen Alexander Freydank jetzt endlich seinen ersten langen Spielfilm in Angriff nehmen.

Jochen Alexander Freydank wurde im Ostteil Berlins geboren und stammt aus einer bildungsbürgerlichen Familie. Seine Mutter ist Theaterwissenschaftlerin, sein Vater arbeitete am Berliner Museum für Naturkunde.

Nach dem Abitur volontiert Jochen Alexander Freydank beim DDR-Fernsehen im Kinder- und Jugendprogramm, um seinem Berufswunsch Regisseur näher zu kommen.

Den Fall der Mauer hat er als 21-jähriger erlebt. Weil er mit seinen Bewerbungen um ein Filmhochschulstudium keinen Erfolg hatte, arbeitete Jochen Alexander Freydank als Regieassistent für Film- und Fernsehproduktionen. Er schrieb Drehbücher und gründete 1999 seine eigene Produktionsfirma Mephisto Film. Neben seinem Brotberuf als Produzent erfolgreicher TV-Serien für das deutsche Fernsehen, drehte Jochen Alexander Freydank vier Kurzfilme. "Spielzeugland" ist der bei weitem erfolgreichste: Neben dem Kurzfilm-Oscar heimste er damit zwanzig weitere internationale Festival-Preise ein.

Jochen Alexander Freydank ist ein Filmenthusiast. Zu seinen Lieblingswerken gehören Terry Gilliams "Brazil" und "Fitzcaraldo" von Werner Herzog. Ein Film, so sagt er, sei dann gelungen, wenn man ihn mehr als einmal ansehen möchte.

Das erhofft er sich für seinen ersten Spielfilm, den er am liebsten in Deutschland realisieren würde: Eine Adaption der unvollendeten Franz Kafka Erzählung "Der Bau". Darin wird der vergebliche Kampf eines Tieres um die Perfektionierung seines riesigen Erdbaues geschildert, den es zum Schutz vor äußeren Feinden errichtet hat. Jochen Alexander Freydank liebt psychologische Thriller – der Stoff scheint dafür wie gemacht.

Seiner Heimatstadt Berlin ist Jochen Alexander Freydank bis heute treu geblieben. Gemeinsam mit Frau und Kind lebt er nach Stationen in London und New York auch heute wieder im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg.

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