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Kultur

U-Boot-Rettern bleibt wenig Zeit

Vor der russischen Halbinsel Kamtschatka ist ein Klein-U-Boot gesunken - es hat sich offenbar in einem Schleppnetz verfangen. Die Rettung muss schnell gehen: An Bord reicht die Luft nur noch eine begrenzte Zeit.

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Die russische Marine versucht, sieben Matrosen zu befreien

Amerikanische und britische Bergungsteams sind am
Samstag (6.8.2005) zur Rettung der sieben Russen an Bord des verunglückten Mini-U-Bootes auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka eingetroffen. Allerdings nahm das Umladen ihrer Scorpio-Tauchroboter auf Schiffe und der Seetransport zur Unglücksstelle erneut kostbare
Zeit in Anspruch, so dass mit einem Einsatz erst für
Samstagnachmittag MESZ gerechnet wurde.

Sauerstoff reicht maximal bis Sonntag

Zuvor wollte die russische Marine selbst versuchen, den Anker eines Unterwasser-Lauschgeräts abzusprengen. Das teilte der Kommandeur der Pazifikflotte, Admiral Viktor Fjodorow, mit. "Wir müssen diese Operation im Laufe des heutigen Tages abschließen, weil die Atemluft an Bord nicht unbegrenzt vorhanden ist", erklärte der Vizechef des Marinestabs, Konteradmiral Wladimir Pepelajew, in Moskau. Der Sauerstoff reiche maximal bis zum Sonntag.

Vergeblicher Rettungsversuch

Am Samstag früh war der Versuch gescheitert, das 70 Kilometer vor der Küste auf dem Meeresgrund fest sitzende Mini-U-Boot mit Hilfe von Seilen in flaches Gewässer zu ziehen. In der Berjosowaja-Bucht liegt das kleine für Rettungseinsätze gebaute U-Boot in 190 Meter Tiefe auf Grund. An Bord sind sieben russische Matrosen, und ihre Zeit wird immer knapper.

Das 13,5 Meter lange U-Boot vom Typ Pris/AS-28 habe sich bei einer Übung in einem Schleppnetz am Meeresboden verfangen, sagte der Kommandeur der Pazifikflotte, Admiral Viktor Fjodorow. Das U-Boot sei reparaturbedürftig gewesen und das Militär habe dies auch gewusst, erklärte dagegen die Werft Krasnoje Sormowo in Nischni Nowgorod. Dort war die AS-28 im Jahr 1989 gebaut worden.

Hilfe aus Japan und den USA

U-Boot Unfall vor der Kamtschatka-Halbinsel, Rußland

Ein U-Boot des Typs Pris, ähnlich dem gesunkenen

In dem U-Boot herrscht eine Temperatur von fünf Grad. "Die Besatzung trägt kältefeste Kleidung", zitierte die Agentur RIA-Nowosti einen Offizier. Essen und Wasser seien ausreichend vorhanden. Der Sprecher der russischen Pazifikflotte, Oberst Alexander Kosopalow, sagte, die Matrosen seien nicht verletzt und die Marine stehe in Kontakt mit ihnen.

Im Gegensatz zu dem Moskauer Verhalten beim Untergang des Atom-U-Bootes "Kursk" hatte Russland diesmal rasch internationale Hilfe angefordert.

Schneller als bei der "Kursk"

Japanische Schiffe auf dem Weg um dem verunglückten russischen U-Boot zu helfen

Japanische Schiffe sind auf dem Weg zur Unglücksstelle

Die Mini-U-Boote der Typen Pris und Bester wurden zur Rettung von Seeleuten aus U-Booten gebaut - vier Pris-Exemplare entstanden zwischen 1986 und '91. Die Pris-U-Boote sind 13,5 Meter lang und 5,7 Meter hoch und verdrängen getaucht 55 Kubikmeter Wasser. Wegen des Titanrumpfs und einer Tauchtiefe von bis zu 1000 Metern gelten sie in der russischen Marine als besonders leistungsfähig und sicher.

Beim Untergang der "Kursk" mit 118 Toten am 12. August 2000 konnten sie indes nichts ausrichten. Damals geriet die russische Flotte stark in die Kritik, weil sie die Öffentlichkeit erst zwei Tage später von der Katastrophe unterrichtete und zu spät um internationale Hilfe bat. (reh/chr)

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