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Politik

Touristen offenbar wieder frei

Die in Ägypten entführten fünf Deutschen, ihre Mitreisenden und Begleiter sind nach Angaben des ägyptischen Außenministers wieder frei. Einen terroristischen Hintergrund schließt die Regierung aus.

Assuan, Ägypten, Foto: dpa

Was passierte mit den entführten Touristen?

Die in Ägypten entführten Touristen sind wieder frei. Die 19 Geiseln - darunter fünf Deutsche - seien in Sicherheit, sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit am Montag (22.09.2008) am UN-Hauptsitz in New York. "Sie sind freigelassen worden, alle - sicher und wohlbehalten", sagte der Minister am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen. "Es war eine Gruppe von Banditen."

Die 19 Teilnehmer einer Wüstensafari waren im ägyptisch-sudanesischen Grenzgebiet verschleppt worden. Nach Berichten der Sicherheitskräfte in Kairo wurden die Urlauber während einer mehrtägigen Tour im äußersten Süden des Landes entführt. In ersten Berichten hieß es, die Entführer hätten sechs Millionen ägyptische Pfund (783.000 Euro) Lösegeld gefordert. In anderen Berichten war von 15 Millionen US-Dollar die Rede.

Behördenvertreter in der Stadt Assuan erklärten dagegen, die elf Safari-Teilnehmer aus Europa und ihre ägyptischen Begleiter hätten versehentlich die Grenze zum Sudan überquert. Dort seien sie von bewaffneten Angehörigen eines Stammes am Freitag überfallen und ausgeraubt worden.

Keine Terroristen

Neben den Deutschen brachten die Kidnapper fünf Italiener, eine Rumänin und acht Ägypter in ihre Gewalt. Die Italiener - drei Frauen und zwei Männer - stammen aus Turin. Die Gruppe war nach ägyptischen Angaben am Dienstag vergangener Woche von der Oase Dachla aufgebrochen, um die Wüstenregion Gilf Kebir zu erkunden. Bei den Ägyptern handelt es sich laut Polizei um die Fahrer der vier Geländewagen, mit denen die Reisegruppe unterwegs war, sowie zwei Reiseführer, den Besitzer des ägyptischen Safari-Reiseveranstalters sowie einen Offizier der Armee, der den Touristen als Begleiter zugewiesen worden war. Die ägyptischen Behörden sollen erst von der Entführung erfahren haben, nachdem sich der Besitzer des kleinen Reiseunternehmens telefonisch bei seiner Frau gemeldet hatte. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte betonte, die Entführer seien Kriminelle und "keine Terroristen".

Auswärtiges Amt warnt vor Ägyptenreisen

In den meisten Gebieten Oberägyptens dürfen Touristen nur in Begleitung der Polizei mit dem Auto oder mit dem Bus reisen. Diese Sicherheitsbestimmungen gelten seit den Anschlägen islamistischer Terroristen in Ägypten in den 90er Jahren. Zwischen Luxor, Assuan, dem Roten Meer und Abu Simbel verkehren täglich Touristenkonvois, die von Polizeifahrzeugen eskortiert werden. Für Wüstensafaris in entlegenen Gebieten ist oft eine Sondergenehmigung notwendig.

Das Auswärtige Amt aktualisierte am Montag seine Reisehinweise für Ägypten. Darin heißt es nun unter anderem: "Ausländer, gerade auch deutsche Staatsangehörige, sind einem wachsenden Anschlags- und Entführungsrisiko ausgesetzt. Überlandfahrten im Saharagebiet sind zunehmend mit Risiken behaftet." (ina)

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