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Aktuell Welt

Tote durch unbekannte Fieberkrankheit im Kongo

Inmitten der Ebola-Epidemie sorgt das Auftauchen einer bisher unbekannten Fiebererkankung für neue Besorgnisse. In den Ebola-Gebieten befürchten Experten eine Hungerkrise.

Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte, sind in der Demokratischen Republik Kongo in den vergangenen Wochen an der noch unbekannten Fiebererkrankung mindestens 70 Menschen gestorben.

Die offenbar ansteckende Krankheit zeichne sich durch starken Durchfall und Erbrechen aus, heißt es in einem WHO-Bericht. Unter den Todesopfern befänden sich auch vier Krankenpfleger und ein Arzt. Eine Verbindung zu Ebola gebe es offensichtlich nicht.

Wie der UN-Sender Okapi im Kongo berichtete, liegt das Zentrum der Epidemie im Nordwesten des afrikanischen Landes nahe der Distrikthauptstadt Boende. Die lokalen Behörden und das kongolesische Gesundheitsministerium sowie Experten der WHO bemühten sich, die Erkrankung zu identifizieren und ihre Ausbreitung einzudämmen. Erste Ergebnisse der laufenden Untersuchungen sollen zum Wochenende vorliegen.

Zahl der Ebola-Toten steigt weiter

Die Lage in den Ebola-Gebieten in Westafrika hat sich weiter verschärft. Nach WHO-Angaben stieg die Zahl der Todesfälle in Liberia, Guinea und Sierra Leone auf mindestens 1350.

Der Senegal hat wegen der Seuche seine Grenzen zum Nachbarstaat Guinea erneut geschlossen. Das teilte das Innenministerium nach Angaben der senegalesischen Nachrichtenagentur APS mit. Von der Maßnahme seien auch Flugzeuge und Schiffe betroffen, die aus Guinea, Sierra Leone und Liberia kämen.

Südafrika verhängte ein Einreiseverbot für Reisende, die aus den Ländern mit Ebola-Fällen kommen. Südafrikanische Staatsbürger, die sich in Guinea, Liberia, Sierra Leone oder Nigeria aufgehalten hätten, würden befragt und bei Bedarf untersucht, sagte Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi Medienberichten zufolge.

Humanitäre Krise

Wegen der Grenzschließungungen und anderer Quarantänemaßnahmen sei der Handel in Westafrika vielerorts zum Erliegen gekommen, sagte die Koordinatorin der Welthungerhilfe in Liberia, Asja Hanano, der Deutschen Welle in Berlin. Große Märkte blieben deshalb geschlossen. Zudem seien in Sierra Leone viele Bauern an Ebola gestorben oder dürften ihre Häuser für Wochen nicht mehr verlassen. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis seien dort bereits um bis zu 40 Prozent gestiegen.

WHO-Chefin Margaret Chan betonte in der Zeitschrift "New England Journal of Medicine", das größte Problem bei der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in den drei Ländern könne mit einem einzigen Wort beschrieben werden: Armut. In diesen Ländern kämen nur ein oder zwei Ärzte auf 100.000 Einwohner.

US-Helfer wieder gesund

In den USA haben unterdessen zwei Ebola-Helfer, die sich in Liberia infiziert hatten, die Krankheit überwunden. Drei Wochen nach seiner Rückkehr aus Westafrika wurde der Arzt Kent Brantly aus einem Krankenhaus in Atlanta entlassen. Seine Mitarbeiterin Nancy Writebol war bereits zwei Tage früher für geheilt erklärt worden. Sie waren mit dem experimentellen Medikament "ZMapp" behandelt worden, das noch nicht klinisch getestet worden ist. Ob das Präparat zu ihrer Genesung beitrug, ist unklar. "ZMapp" wurde insgesamt sechs Erkrankten verabreicht. Die Vorräte sind damit aufgebraucht.

wl/rb (rtr, dpa, kna)