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Sport

Mwanza: "Alle haben verstanden"

Kurz vor der Quali zum "Africa Cup of Nations" beschließt die CAF, Fußballspiele aus Ebola-Regionen zu verlegen. Erick Mwanza von der Bundesvereinigung des afrikanischen Fußballs erläutert im DW-Interview die Gründe.

Fußballnationalmannschaft Guinea. Foto: Getty Images

Die Fußballnationalmannschaft von Guinea in Aktion

DW: Erick Mwanza, ist Ebola zu einem Albtraum für den afrikanischen Fußball geworden?

Erick Mwanza: Ich glaube, alle in der CAF (Confederation of African Football) sind sehr besorgt über die aktuelle Situation. Aus diesem Grund haben wir diese Woche entschieden, die Spiele des Africa Cup of Nations von den Ebola-betroffenen Ländern fernzuhalten. Das soll keine Bestrafung für diese Nationen sein, aber so können wir einen Beitrag leisten, eventuell die Ausbreitung von Ebola zu verhindern. Denn Ebola betrifft nicht nur West-Afrika, sondern die ganze Welt.

Im Zuge der Verlegung der Spiele des Nations-Cup haben wir an alle 54 Mitglieder der CAF einen Brief geschrieben, um ihnen die Details zu nennen, warum Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht an der Qualifikation zum Nations Cup teilnehmen dürfen. In diesem Brief steht auch, dass die Föderationen ihren Clubs in den Regionen Informationen über die aktuelle Ebola-Situation geben sollen. Damit wissen sie, wie sie mit der Lage besser umgehen können. Zur Erinnerung: es sind nicht nur die afrikanischen Nationalteams betroffen, sondern auch die Vereine. Wir haben derzeit Club-Champions-League-Spiele, und Confederations-Cup-Partien. Ich denke, das sind ein paar erste Schritte, wie wir mit der Ebola-Situation besser umgehen können.

Erick Mwanza steht vor einem Mikrofon

Erick Mwanza, Media Manager der "Confédération Africaine de Football" (CAF)

Wie haben die Spieler auf die Veränderungen reagiert?

Ich denke, alle Betroffenen haben Verständnis für diese Maßnahmen. Wir hatten keine Beschwerden, im Gegenteil - es gab Zuspruch seitens der Nationen. Auch die Spieler haben Verständnis dafür, auch wenn sie natürlich wissen, dass sie dadurch ihren Heimvorteil verlieren. Und die Fans nicht die Chance haben, ihre Stars zu sehen - aber es ist in ihrem eigenen Interesse. Wir wollen kein Risiko eingehen und Fans oder Spieler nicht in Gefahr bringen. Das Wichtigste ist, dass Informationen weiter gegeben werden. Damit die Spieler wissen, was Ebola ist und wie es sich ausbreitet. Die CAF hat dazu beigetragen, das Bewusstsein der Spieler zu stärken. Von Bedeutung ist auch, dass die Mannsachaften aus den Ländern, in denen es Ebola-Fälle gibt, vor dem Abflug und bei der Ankunft untersucht werden.

Sie hatten die Fans angesprochen - haben die sich beschwert?

An uns sind keine Beschwerden der Fans herangetragen worden. Das zeigt uns, dass sie verstanden haben, wie gefährlich Ebola ist. Auch sie haben ja ein Interesse daran, dass Ebola unter Kontrolle gebracht wird. Zur Erinnerung: Der Africa Nations Cup wird im Januar in Marokko in die entscheidende Phase gehen - und das ist das größte Fußball-Turnier des Kontinents, das Fans aus aller Welt anzieht. Auch wenn Anhänger aus den betroffenen Ländern teils daran gehindert werden zu reisen, erwarten wir keine Komplikationen. Alle verstehen, warum sie es nicht dürfen.

Lesotho hatte sich geweigert, die Qualifikation in Nigeria zu spielen und wurde deshalb durch die CAF nachträglich disqualifiziert. Finden Sie das fair?

Diese Entscheidung, nicht nach Nigeria zu reisen, wurde von der Regierung in Lesotho getroffen. Wir sind derzeit in einer Situation, in der Regierungen Schlüsselrollen einnehmen im Kampf gegen Ebola. All diese Entscheidungen sind verständlich, denn die Angst vor Ebola ist groß. Ich bin froh, dass alle Verständnis haben und es mittlerweile mehr Informationen über die Lage gibt: Das Bewusstsein wurde gestärkt.

Das Interview führte Asumpta Lattus.